Das ser­vier­te Essen zu foto­gra­fie­ren und in den sozia­len Medi­en zu ver­brei­ten, gehört in Japan schon seit vie­len Jah­ren zur ganz nor­ma­len Pro­ze­dur eines Restau­rant­be­suchs. Auch im japa­ni­schen Fern­se­hen wer­den kuli­na­ri­sche Fotos regel­recht zele­briert. Die Makro­auf­nah­me hat sich zur belieb­tes­ten Per­spek­ti­ve ent­wi­ckelt. Je näher des­to lecke­rer war die Devise.

Die Fans der Ramen-Nudel­sup­pe in Japan haben inzwi­schen eine wei­te­re Per­spek­ti­ve für sich ent­deckt, die ganz dem neu­en foto­gra­fi­schen Zeit­geist ent­spricht. Es sind Essen­fo­tos, die man aus einer mög­lichst gros­sen Distanz von oben schiesst, so als hät­te gera­de eine Droh­ne die­se Auf­ga­be erle­digt. Der Name für die­sen neu­en kuli­na­ri­schen Foto­t­rend nennt sich ent­spre­chend doro-sha (ドロ写); Doro steht für die japa­ni­schen Wör­ter doron (dt. «Droh­ne») und doro­do­ro (dt. «dick­flüs­sig»), sha stammt der­weil vom Wort sha­sh­in (dt. «Foto»).

Je höher des­to besser

Seit eini­gen Wochen nimmt die Zahl der doro-sha auf Twit­ter rasant zu, ins­be­son­de­re von Nut­zern aus den Regio­nen Kyo­to und Osa­ka, wie J-Cast berich­tet. Unzäh­li­ge lecke­re Ramen-Gerich­te aus der Luft­per­spek­ti­ve sind dabei zu sehen. Und dabei gilt stets: je höher des­to bes­ser. Am bes­ten ist gleich noch Decken­be­leuch­tung zu sehen. Doch genau an die­sem Punkt stö­ren sich laut J-Cast eini­ge Per­so­nen. Man sol­le doch bei den doro-sha bit­te Rück­sicht auf die ande­ren Kun­den neh­men, schreibt der Besit­zer eines Ramen-Ladens in Kyoto.