Love Wins: Die Tokyo Rain­bow Pri­de 2016 in Tokio. (Foto: flickr/​IIP Pho­to Archive

Die Stadt Osa­ka macht den ers­ten Schritt. Sie hat einem gleich­ge­schlecht­li­chen männ­li­chen Paar, das zusam­men­lebt, das Pfle­ge­recht für ein Kind im Teen­ager-Alter erteilt, wie NHK News berich­tet. Die bei­den haben im ver­gan­gen Jahr den Behör­den ihre Bereit­schaft erklärt, ein Kind auf­zu­neh­men. Es folg­ten die obli­ga­ten Kur­se und die Prü­fung der Lebens­um­stän­de. Im Dezem­ber 2016 durf­te das Pfle­ge­kind bei den bei­den ein­zie­hen. Es gehe zur Schu­le und füh­re ein gutes Leben, liess das Ehe­paar, das anonym blei­ben möch­te, verlauten.

Bis­lang erteil­ten die japa­ni­schen Behör­den ein­zig ver­hei­ra­te­ten Paa­ren oder auch indi­vi­du­el­le Per­so­nen ein Pfle­ge­recht für Kin­der. So kam es auch schon, dass in Tokio ein les­bi­sches Paar jeweils ein­zeln und nicht als Paar das Pfle­ge­recht für ein Kind erhal­ten hat und die­ses nun gemein­sam gross­zieht. In Japan gibt es einen Man­gel an poten­ti­el­len Per­so­nen und Paa­ren, die ein Pfle­ge­kind auf­neh­men möch­ten. Inzwi­schen ver­fährt man sogar so, dass ver­schie­de­ne Pfle­ge­kin­der unter einem Dach leben und dabei von meh­re­ren ver­ant­wort­li­chen Per­so­nen erzo­gen werden.

Es hat sich viel getan seit 2015

Für die LGBT-Gemein­de in Japan hat sich in den letz­ten zwei Jah­ren eini­ges getan. Immer mehr Städ­te aner­ken­nen die gleich­be­rech­tig­te Part­ner­schaft (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Neu gilt für Staats­be­am­te auch, dass dis­kri­mi­nie­ren­de Bemer­kun­gen über die sexu­el­le Ori­en­tie­rung eines Kol­le­gen als sexu­el­le Beläs­ti­gung gewer­tet wer­den und eine ent­spre­chen­de dis­zi­pli­na­ri­sche Stra­fe zur Fol­gen haben (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Im März 2017 wur­de zudem in der Stadt Iru­ma in der Prä­fek­tur Saita­ma mit Tomo­ya Hoso­da erst­mals über­haupt ein beken­nen­der Trans­se­xu­el­ler in ein poli­ti­sches Amt gewählt, wie die Saita­ma Shim­bun berich­te­te. Und obwohl sich in den letz­ten Jah­ren viel getan hat, gibt es bei der Besei­ti­gung der Dis­kri­mi­nie­rung der LGBT-Gemein­de den­noch viel zu tun. So hat eine Umfra­ge gezeigt, dass nur eine klei­ne Min­der­heit der Schwu­len und Les­ben in Japan den Eltern gegen­über ein Com­ing-out geben (Asi­en­spie­gel berich­te­te).