News aus Japan. Von Jan Knüsel.

«Facetten japanischer Kunst»

«Facetten japanischer Kunst»: Bis 8. Juli 2017 in der Galerie Claudia Geiser.

«Facetten japanischer Kunst»: Bis 8. Juli 2017 in der Galerie Claudia Geiser.

Tipp von Galerie Claudia Geiser – Im Werk von Angela Burkhardt-Guallini und Malgorzata Olejniczak spiegelt sich jahrelange Auseinandersetzung mit Facetten japanischer Kunst. Burkhardt-Guallini schafft Porzellan-Schalen in der japanischen Neriage-Technik, Olejniczak malt Tuschebilder im japanischen Stil. Beide Künstlerinnen führen traditionelle Kunstformen eigenständig und innovativ weiter und finden damit auch in Ostasien Anerkennung. Mit Schwarz, Weiss und wenigen zarten Farbakzenten schaffen sie ausdrucksstarke Werke voller Harmonie, Eleganz und Zurückhaltung, die sich in der Ausstellung ideal ergänzen.

Die Keramikerin Angela Burkhardt-Guallini (*1953) arbeitet seit über 30 Jahren ausschliesslich in der auch in Japan geschätzten Neriage-Technik. Dabei entstehen die Farben und Muster nicht durch Malerei oder Glasur, sondern durch unterschiedlich eingefärbte Porzellanplatten. Sie werden verbunden, in Streifen geschnitten, wieder zusammengefügt, geschliffen und dann mehrmals gebrannt. Die fast unbegrenzten Möglichkeiten dieser Technik inspirieren Burkhardt-Guallini zu immer wieder neuen, unverkennbaren Werken, für die sie regelmässig auch in Japan, Taiwan und Korea ausgezeichnet wird. Seit mehr als zehn Jahren bestehen ihre Gefässe aus feinstem, durchscheinendem Seto-Porzellan, das sie mehrheitlich weiss belässt und zu schlichten Formen verarbeitet. Mit den zarten Mustern aus schwarzen und manchmal roten oder grünen 
Linien scheinen die Werke organisch gewachsen zu sein, und es ist denn auch die Natur, die Burkhardt-Guallini als ihre Lehrmeisterin bezeichnet. Jede Schale ist ein zeitloses Einzelstück, das durch seine harmonische, zurückhaltende und elegante Ausstrahlung, die seidige Oberfläche mit spürbaren Strukturen und den klaren Klang alle Sinne anspricht.

Angela Burkhardt-Guallini, Zwei Schalen, 2017, Seto-Porzellan, Neriage-Technik, 12 x 25 x 25 cm/6 x 33 x 33 cm.

Angela Burkhardt-Guallini, Zwei Schalen, 2017, Seto-Porzellan, Neriage-Technik, 12 x 25 x 25 cm/6 x 33 x 33 cm.

Auch das Werk der Tuschekünstlerin Malgorzata Olejniczak (*1968) ist von Japan geprägt. Auf ihren zahlreichen Japan-Reisen entdeckte sie nicht nur die Tuschemalerei, sondern auch die Philosophie hinter dieser Kunst, die sie seit 15 Jahren studiert und die auf Japanisch sumi-e genannt wird. Was wörtlich «Tuschebild» heisst, meint ein Bild mit schwarzer Tusche auf weissem Papier, bei dem das Motiv nicht detailliert gezeigt, sondern auf das Wesentliche reduziert wird. Olejniczaks Bilder, die mit zahlreichen Schattierungen von tiefstem Schwarz bis zu hellstem Grau und manchmal mit zarten Farbakzenten Landschaften, Pflanzen oder Blumen wiedergeben, sind aber nur vordergründig einfach. Erst jahrelanges geduldiges Üben ermöglicht es, die Essenz des jeweiligen Motivs zu erfassen und zu vermitteln, auch weil die Tusche keinerlei Korrektur erlaubt. Die Tuschemalerei erfordert aber nicht nur Disziplin, Natürlichkeit und Spontaneität. Für die Künstlerin ist es gleichzeitig ein Weg der Suche nach ihrem Selbst und nach innerer Harmonie, eine Meditation, bei welcher der Weg wichtiger ist als das Ziel. Nur auf diesem Weg kann sie ihre Tuschebilder voller Kraft, Ruhe und Lebendigkeit schaffen, die uns gleichzeitig das Wesen der Dinge näherbringen und für die sie in Japan bereits zweimal ausgezeichnet wurde.

Malgorzata Olejniczak, Kamelie, 2016, Hängerolle, Tusche und antike Farbe auf japanischem Papier, 34 x 64 cm, mit Seidenmontierung 86 x 73 cm (Ausschnitt).

Malgorzata Olejniczak, Kamelie, 2016, Hängerolle, Tusche und antike Farbe auf japanischem Papier, 34 x 64 cm, mit Seidenmontierung 86 x 73 cm (Ausschnitt).

Wir laden Sie herzlich zur Vernissage und Ausstellung ein.

Ausstellung: 19. Mai 2017 bis 8. Juli 2017
Vernissage: Do, 18. Mai 2017, 17 bis 20 Uhr. Angela Burkhardt-Guallini wird anwesend sein.
Workshop Tuschemalerei mit Malgorzata Olejniczak: Sa, 3. Juni 2017, 14 bis 18:30 Uhr. CHF 110. Anmeldung: www.m-olejniczak.ch; M +41 78 907 36 88
Führung mit Malgorzata Olejniczak: Do, 8. Juni 2017, 18:30 Uhr.
Führung mit Angela Burkhardt-Guallini: Do, 22. Juni 2017, 18:30 Uhr.
Finissage: Sa, 8. Juli 2017. 12 bis 15 Uhr. Die Künstlerinnen werden anwesend sein.
Öffnungszeiten: Do und Fr 13 bis 18 Uhr, Sa 11 bis 14 Uhr oder nach Vereinbarung. Geschlossen über Auffahrt (25. – 27. Mai 2017)
Auskunft: +41 79 675 65 40, info@claudiageiser.ch
Website: www.claudiageiser.ch

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