Oki­no­shi­ma: Die Insel der Götter

Foto: wikimedia/​Washi­Ta­biDie hei­li­ge Insel: Oki­no­shi­ma aus der Distanz.

Die Insel Oki­no­shi­ma könn­te schon bald zum UNESCO-Welt­kul­tur­er­be zäh­len. Die Inter­na­tio­na­le Denk­mal­pfle­ge ICO­MOS, eine Unter­or­ga­ni­sa­ti­on der UNESCO, hat eine ent­spre­chen­de Emp­feh­lung abge­ge­ben. Damit soll­te der Weg frei sein für eine defi­ni­ti­ve Auf­nah­me beim Tref­fen des UNESCO-Komi­tees im Juli im pol­ni­schen Kra­kau. Für Japan wäre es die ins­ge­samt 21. UNESCO-Stät­te – und zugleich die unzu­gäng­lichs­te überhaupt.

Oki­no­shi­ma ist eine 0,7 Qua­drat­ki­lo­me­ter klei­ne Insel die geo­gra­fisch zwi­schen der japa­ni­sche Süd­in­sel Kyus­hu und der korea­ni­schen Halb­in­sel liegt. Offi­zi­ell gehört das Eiland zur 60 Kilo­me­ter ent­fern­ten Klein­stadt Mun­aka­ta auf Kyus­hu. Oki­no­shi­ma war bis zum 9. Jahr­hun­dert ein wich­ti­ger Stütz­punkt auf dem Weg nach Korea und auch stets eine hei­li­ge shin­tois­ti­sche Stät­te. Von die­ser Zeit zeu­gen bis heu­te noch 80’000 Arte­fak­te, die man bis in die 1970er-Jah­re dort aus­ge­gra­ben hat und heu­te zum japa­ni­schen Kul­tur­schatz gehö­ren. Es han­delt sich um Gefäs­se, Orna­men­te, Rin­ge und ande­re Objek­te, die für Ritua­le und als Opfer­ga­ben ver­wen­det wurden.

Frau­en nicht erwünscht

Die reli­giö­se Bedeu­tung Oki­no­shi­mas ist bis heu­te geblie­ben. Man sagt, dass auf die­ser Insel die Göt­ter leben. Hier befin­det sich der Okits­u­miya-Schrein, der zum Schrein­kom­plex Mun­aka­ta-Tai­sha gehört. Stän­di­gen Zutritt zu die­ser hei­li­gen Stät­te haben hier nur des­sen Pries­ter. Ein­zig am 27. Mai lässt man jeweils rund 200 Män­ner auf die Insel, um in einem Fest den Gefal­le­nen der Schlacht von Tsushi­ma 1905 zu geden­ken. Jeweils das Los ent­schei­det, wer nach Oki­no­shi­ma darf. Bevor die­se die Insel betre­ten, müs­sen sie nackt eine ritu­el­le Rei­ni­gung vor­neh­men. Frau­en dür­fen hin­ge­gen die Insel nicht betreten.

Auch nach der Auf­nah­me ins Welt­kul­tur­er­be wird Oki­no­shi­ma ein unzu­gäng­li­cher Ort blei­ben. Der Mun­aka­ta-Schreins hat erklärt, dass die Insel für Tou­ris­ten nicht geöff­net wer­de, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­tet. Die Neu­gier an die­ser hei­li­gen Stät­te wird jedoch unwei­ger­lich zuneh­men. Die Prä­fek­tur Fuku­o­ka plant des­halb ein Muse­um zu eröff­nen, um die Tou­ris­ten über die Bedeu­tung der Insel bes­ser zu infor­mie­ren und sie ent­spre­chend zu sensibilisieren.

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