News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

U-Bahn-Stopp wegen Nordkorea

Ein U-Bahn-Tunnel in Tokio. (Foto: flickr/ Kuruman)

Ein U-Bahn-Tunnel in Tokio. (Foto: flickr/ Kuruman)

Am Samstag hat Nordkorea erneut eine Raketentest durchgeführt, der jedoch misslang. Die Rakete explodierte kurz nach dem Start. Es war der vierte Fehlschlag in Folge. Seit Februar hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un gleich mehrere Tests durchgeführt und damit die Spannungen in der Region erhöht. Experten rechnen damit, dass Nordkorea trotz der kürzlichen Rückschläge grosse Fortschritte bei der Entwicklung interkontinentaler Raketen gemacht hat.

Für Südkorea wie auch für Japan sind dies keine guten Nachrichten. Sie wären wohl die ersten Länder, die von einem nordkoreanischen Angriff betroffen wären. Am Samstagmorgen zeigte sich für die Tokioter, wie realistisch diese Bedrohungslage ist. Kurz nach 6 Uhr in der Früh hielt die Tokioter U-Bahn ihren gesamten Bahnverkehr an, nachdem sie über den Raketenstart in Nordkorea informiert wurde, wie die ANN News berichtete. Nach 10 Minuten ging der Alltag weiter. Insgesamt 13’000 Passagiere waren von diesem Unterbruch direkt betroffen.

Neue Sicherheitsmassnahme

Zum ersten Mal überhaupt hat Tokios U-Bahn zu diesem Massnahme gegriffen. Mitte April hat man sich für diesen Schritt entschieden, um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten, wie es heisst. So wird künftig der U-Bahnverkehr gestoppt, sobald man von einem Raketentest vernimmt. Die Reaktion der U-Bahn zeigt, wie verunsichert man inzwischen über das Verhalten des nordkoreanischen Machthabers ist. Auf dem Bahnnetz von JR West wie auch auf einer Teilstrecke des Hokuriku-Shinkansen am Japanischen Meer wurde zur selben Massnahme gegriffen.

Die Regierung in Tokio hat vor wenigen Tagen erklärt, dass es bei einem Angriff wohl lediglich eine Vorwarnzeit von 10 Minuten gäbe. Das Land möchte daher die Evakuierungsmassnahmen für einen solchen Notfall verbessern.

Kommentar schreiben