News aus Japan. Von Jan Knüsel.

Vulkanasche-Regen in Kagoshima

Kagoshima am Südzipfel der Insel Kyushu zählt 600’000 Einwohner und hat mit dem Sakurajima einen faszinierenden und zugleich ungemütlichen Hausberg. Der Vulkan liegt mitten in der Bucht von Kinko, nur 4 Kilometer gegenüber der Grossstadt. Aktiv ist der Sakurajima seit 1955 wieder. Seit 2009 hat die Intensität und Häufigkeit der Ausbrüche gar schlagartig zugenommen. Jährlich werden rund 800 zumeist kleinere Eruptionen registriert. Für den Berg gilt die Warnstufe 3 (von maximal 5 Stufen). Das bedeutet, dass man sich dem Berg auf keinen Fall nähern darf. Die einzige Ausnahme sind die Wohngebiete im Küstengebiet auf der Vulkanhalbinsel.

Am 2. Mai um 3:20 Uhr am Morgen kam es zu einem grösseren Ausbruch, bei dem Lavaströme und Blitze zu sehen waren. Es war eine von mehreren Eruptionen seit dem 28. April. 4000 Meter hoch war die Aschewolke. Das letzte Ereignis dieser Dimension gab es am 26. Juli 2016 (Asienspiegel berichtete). Der Wind blies die Wolke schliesslich über die Stadt, wo die Asche niederregnete. Als die Bewohner aufwachten, war ihre Umgebung von einer dünnen Schicht Vulkanasche bedeckt, wie die Minami Nippon Shimbun berichtete.

Putzen und Einsammeln

Für Kagoshima ist dies nichts Ungewöhnliches. Hier ist man auf diesen Fall vorbereitet. 94 spezielle Putzfahrzeuge sorgen dann jeweils dafür, dass die Reste des Ausbruch möglichst zügig von den Strassen beseitigt werden. Überall in der Stadt gibt es zudem eigens errichtete Sammelstellen für die Vulkanasche.

Zum letzte schwerwiegende Ausbruch des Sakurajima kam es übrigens 1914. Damals war der 1117 Meter hohe Berg noch eine Insel mitten in der Bucht. Nach einem gewaltigen Ausbruch schuf die Lava schliesslich die heute bestehende natürliche Landbrücke zur Osumi-Halbinsel. 58 Menschen starben und über 2200 Häuser wurden zerstört.

Vulkanasche im Senganen-Gartenanlage bei Kagoshima. (Foto: twitter/@senganen)

Vulkanasche im Senganen-Gartenanlage bei Kagoshima. (Foto: twitter/@senganen)

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