News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

Airbnb ist nun legal in Japan

Airbnb entschwindet aus der rechtlichen Grauzone. (Screenshot: airbnb.ch)

Airbnb entschwindet aus der rechtlichen Grauzone. (Screenshot: airbnb.ch)

Airbnb boomt in Japan. Alleine 2016 wurde mit dem Mitwohnportal 406 Milliarden Yen (3,3 Mia Euro) umgesetzt. 3,7 Millionen ausländische Besucher haben Airbnb in Japan genutzt, was einer Steigerung von 270 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (Asienspiegel berichtete).

Airbnb ist ein Wirtschaftsmotor und auch ein Retter in der Not. Denn die Hotels sind in vielen japanischen Städten dank des Tourismusbooms regelmässig ausgebucht (Asienspiegel berichtete). Die Vermietung von privaten Räumlichkeiten, Minpaku auf Japanisch, ist zu einer Notwendigkeit geworden. In den ländlichen Gegend, wo es an einer guten touristischen Infrastruktur fehlt, wird es sogar als grosse Chance angesehen.

Lange bewegte sich Airbnb jedoch in einer rechtlichen Grauzone, da es sich bei den Airbnb-Angeboten weder um eine normale Miete einer Wohnung noch um ein klassisches Hotel handelt. Die Behörden dudelten den Dienst, schritten aber ein, wenn Privatvermieter offensichtliche Missbräuche begingen. Probleme wurden in den Medien zunehmend thematisiert. Die Klagen in Airbnb-Städten wie Kyoto stiegen.

Die neuen Regeln

Die Regierung hat gehandelt und ein Gesetz ausgearbeitet (Asienspiegel berichtete). Am gestrigen 8. Juni 2017 hat das japanische Oberhaus nun Minpaku offiziell legalisiert, wie NHK News berichtet. Künftig wird die Kurzvermietung von privatem Wohnraum auf maximal 180 Tage im Jahr begrenzt, um die Hotelbranche nicht zu stark zu konkurrenzieren. Der Vermieter muss bei den Behörden seinen Dienst registrieren und die Hygienevorschriften einhalten. Lebt er selbst nicht in der Wohnung, muss er eine Reinigungsfirma beauftragen, die die Hygienevorschriften umsetzt.

Die Behörden haben auch das Recht, Inspektionen durchzuführen. Wird gegen die Regeln verstossen, droht eine Geld- oder sogar eine Gefängnisstrafe. Die lokalen Regierungen haben zudem die Möglichkeit, die maximale Periode von 180 Tagen weiter zu begrenzen. Damit wird auch Airbnb auf eine rechtliche Grundlage gestellt, bei der die Behörden die Kontrolle behalten und die Vermieter klare Pflichten einzuhalten haben. In Kraft treten wird das neue Gesetz voraussichtlich am 1. Januar 2018, wie die Nikkei Shimbun berichtet.

Das Ziel der Regierung

Die Begrenzung auf 180 Tage im Jahr mag bescheiden wirken. Eine Statistik von Airbnb zeigt jedoch, dass ein Nutzer in Japan seine Wohnung oder Privatzimmer durchschnittlich 89 Mal im Jahr vermietet. Viele werden damit leben können. Gleichzeitig deuten die neuen rechtlichen Vorgaben auf eine weitere Professionalisierung der Branche hin. Viele Airbnb-Nutzer werden wohl gezwungen sein, die Vermietung ihrer Räumlichkeiten wohl künftig spezialisierten Firmen zu übertragen, um auch wirklich alle Vorgaben einhalten zu können.

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