News aus Japan. Von Jan Knüsel.

Vom Gefängnis zum Hotel

Die ehemalige Jugendstrafanstalt von Nara. (Foto: prtimes.jp)

Die ehemalige Jugendstrafanstalt von Nara. (Foto: prtimes.jp)

1908 wurde in der Stadt Nara auf einer Fläche von 10 Hektaren ein riesiges Gefängnis aus dem Boden gestampft. Der Backsteinbau mit seinen fünf lang gezogenen Gefängnistrakten wurde wie so viele Bauwerke der japanischen Modernisierungszeit (Asienspiegel berichtete) im westlichen Stil gebaut. Der grosse Eingangsbereich könnte direkt aus einem Hollywood-Film stammen.

1946 wurde aus dem Areal eine Jugendstrafanstalt. Bis zu 700 junge Menschen, die sich strafbar gemacht hatten, mussten hier ihre Zeit absitzen. Ende März 2017 wurde das Gefängnis schliesslich geschlossen. Zuvor erklärte die japanische Regierung den noch zum wichtigen Kulturgut.

Nun soll daraus ein Hotel werden. Die entsprechenden Pläne für das sogenannte Projekt Histerrace hat die Hotelgruppe Solare Hotels & Resorts veröffentlicht. Restaurants, ein Café, ein grosszügiger Badebereich und ein neues Hotel soll entstehen. Die 150 Zimmer werden in vier der fünf ehemaligen Gefängnistrakte Platz finden. Hierfür wird der historische Baustil mit modernen und hellen Elementen kombiniert.

Auch Muji ist mit dabei

Der fünfte Gefängnistrakt bleibt derweil in seinem ursprünglichen Zustand erhalten. Hinzu kommen Archive, die die Geschichte des Ortes dokumentieren. Ausserdem wird das Lifestyle-Unternehmen Muji (Asienspiegel berichtete) im ehemaligen Krankenhaustrakt eine kleine Jugendherberge mit dem Namen Muji Hostel eröffnen. Erste Visualisierungen hat Solare Hotels & Resorts bereits publiziert (siehe Bilder unten). Geht es nach deren Plänen soll bereits 2020 Histerrace eröffnet werden.

Eine Visualisierung des Histerrace-Projektes. (Bild: prtimes.jp)

Eine Visualisierung des Histerrace-Projektes. (Bild: prtimes.jp)

Eine Visualisierung des Histerrace-Projektes. (Bild: prtimes.jp)

Eine Visualisierung des Histerrace-Projektes. (Bild: prtimes.jp)

Kommentar schreiben