Foto: flickr / Tsub­a­sa Hiro­kiJapa­ni­sche Wind­glöck­chen aus Glas.

Im Juli gab es bereits eine ers­te Hit­ze­wel­le in Japan (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Es wer­den nicht die ein­zi­gen Tage mit über 30 Grad gewe­sen sein. Bis Sep­tem­ber hal­ten in Japan gewöhn­lich die Som­mer­tem­pe­ra­tu­ren an. Für Abküh­lung sor­gen in die­sen Zei­ten vor allem Kli­ma­an­la­gen und Ventilatoren.

Eine der ältes­ten und kos­ten­güns­tigs­ten Metho­den bleibt der­weil das Wind­glöck­chen. Seit jeher setzt man in Japan dar­auf. Sein Klang soll die Men­schen an den küh­len Wind den­ken las­sen und ein erfri­schen­des Gefühl aus­lö­sen. Offen­bar wirkt die­se psy­cho­lo­gi­sche Küh­lungs­me­tho­de bei vie­len. Tra­di­tio­nell wur­den bron­ze­ne Glöck­chen ver­wen­det, in der Edo-Zeit kamen schliess­lich auch glä­ser­ne Vari­an­ten auf. Rund 500 ver­schie­de­ne Sor­ten soll es in Japan geben.

100 Wind­glöck­chen im Zug

Eini­ge Bahn­be­trei­ber set­zen kon­se­quent auf die­ses psy­cho­lo­gi­sche Abküh­lung. Nicht nur auf eini­gen Bahn­stei­gen beob­ach­tet man die Wind­glöck­chen in Japan (Asi­en­spie­gel berich­te­te), son­dern auch in den Zügen sel­ber. So hat man zum Bei­spiel in den zwei Wagen auf der Jōmō Line, die Maeba­shi mit Kiryū in der Prä­fek­tur Gun­ma ver­bin­det, gleich 100 Wind­glöck­chen auf­ge­hängt, wie NHK News berich­tet. Bei jedem Glöck­chen befin­det sich zudem ein Tanz­aku-Papier­strei­fen mit von Schü­lern ver­fass­ten Gedich­ten. «Mit einem erfri­schen­den Klang an den Fel­dern vor­bei­fah­ren», heisst es auf einem. Sol­che Züge wer­den in Japan lie­be­voll Fūrin-Den­sha («Wind­glöck­chen-Zug») genannt.

Es ist nicht der ein­zi­ge Wind­glöck­chen-Zug im Land. Auch im Chi­zu-Express, der die Prä­fek­tu­ren Hyōgo, Oka­y­a­ma und Tot­to­ri ver­bin­det, hän­gen seit dem 14. Juli erfri­schen­de Wind­glöck­chen aus allen Prä­fek­tu­ren des Landes.