Der Todai­ji in der alten Haupt­stadt Nara ist eine der gros­sen Sehens­wür­dig­kei­ten des Lan­des. Die Haupt­hal­le des Tem­pels, die im pit­to­res­ken Park der Stadt steht (Asi­en­spie­gel berich­te­te), ist 57 Meter breit, 51 Meter tief und 49 Meter hoch. Sie ist damit das gröss­te rei­ne Holz­ge­bäu­de der Welt. Die eigent­li­che Attrak­ti­on steht jedoch in der Hal­le selbst. Es ist die in Bron­ze gegos­se­ne Sta­tue des Gros­sen Bud­dhas, die 15 Meter hoch und 452 Ton­nen schwer ist.

Und auch die­se gigan­ti­sche Sta­tue braucht viel Pfle­ge. Ein Mal im Jahr wird sie in einem spek­ta­ku­lä­ren Ritu­al gerei­nigt, wie MBS berich­tet. 180 Pries­ter und Gläu­bi­ge neh­men dar­an teil, die alle einen Mund­schutz, weis­ser Klei­dung und Stroh­san­da­len tra­gen. Für den auf­wen­di­gen Putz­pro­zess klet­tern sie auf die Bei­ne, Schul­tern und den Kopf der Sta­tue, um auch jede erdenk­li­che Ecke des hei­li­gen Objekts vom Staub zu befrei­en. In Sitz­kör­ben, die an einer Hän­ge­vor­rich­tung befes­tigt sind, rei­ni­gen wei­te­re drei Per­so­nen das Gesicht des Buddhas.

Omi­nu­gui nennt sich die­ses Ritu­al, das seit 50 Jah­ren jeweils am 7. August statt­fin­det. Rund drei Stun­den dau­ert es, bis der Gros­se Bud­dha sei­nen Glanz zurück­er­hält. Bevor das Ritu­al beginnt wird mit der Rezi­ta­ti­on von Sutren sym­bo­lisch die See­le des Bud­dhas für die Zeit der Rei­ni­gung ent­fernt, damit er nicht mit den Füs­sen der Put­zen­den beschmutzt wird.