News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

Ein neuer Feiertag für Japan

Vorfreude auf die Spiele beim Tokyo Tower. (Foto: flickr/ t-mizo)

Vorfreude auf die Spiele beim Tokyo Tower. (Foto: flickr/ t-mizo)

Geht es nach dem japanischen Vize-Premierminister Taro Aso wird Japan 2020 einen neuen freien Arbeitsag erhalten. So soll der Eröffnungstag der olympischen Spiele, der 24. Juli 2020, zu einem nationalen Feiertag erklärt werden, wie Jiji News berichtet. Im Gegensatz zu den gewöhnlichen jährlich wiederkehrenden Feiertagen soll dies aber ein einmaliges Ereignis werden. Diesen Gesetzesvorschlag hat Vize-Premier Taro Aso gemeinsam mit einer überparteilichen Gruppe von Abgeordneten eingereicht. Er hofft, dass das Anliegen noch 2018 gutheissen wird.

Mit dem neuen einmaligen Feiertag am 24. Juli 2020, der auf einen Freitag fällt, möchte Aso in der Bevölkerung die richtige feierliche Stimmung für die olympischen Spiele aufkommen lassen. Mit einem verlängerten Wochenende soll der perfekte Auftakt gelingen. Gleichzeitig hoffen die Antragssteller, dass der Stossverkehr an diesem Tag somit drastisch reduziert werden kann. Dies soll auch die Arbeit der Polizei, die dann für die Sicherheit zu sorgen hat, erleichtern.

Das Land der Feiertage

Der Grund, dass man daraus keinen permanenten Feiertag machen will, hat offenbar mit dem Widerstand in der Wirtschaft und in der Politik zu tun. Viele Vertreter wehren sich gegen die Einführung weiterer nationaler Feiertage. Ausserdem werden die Menschen bereits am 20. Juli 2020, am «Tag des Meeres», einen arbeitsfreien Tag haben. Japan ist übrigens das Land mit den meisten gesetzlichen Feiertagen. Es sind inzwischen 16. Zuletzt wurde 2015 der «Tag des Berges» am 11. August eingeführt (Asienspiegel berichtete). Der Juni ist inzwischen der einzige Monat, in dem es keinen nationalen Feiertag gibt.

Der Grund für diese Fülle ist die Tatsache, dass in Japan vergleichsweise wenige Angestellte den ihnen gesetzlich zustehenden, bezahlten Urlaub in Anspruch nehmen. In Nippons Firmenwelt gehört es sich nicht, einfach für ein paar Tage zu verschwinden – ausser es handelt sich um einen Notfall. Daher begann die Regierung insbesondere in der Nachkriegszeit mit der grosszügigen Einführung von Feiertagen (Asienspiegel berichtete). Gerade als Tourist lohnt es sich, die längeren Feiertagsperioden wie Golden Week, Obon oder Neujahr zu beachten (Asienspiegel berichtete).

Kommentar schreiben