News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

«Japan im Blick»

«Japan im Blick»: Vom 25. August bis 23. September in der Galerie Claudia Geiser.

«Japan im Blick»: Vom 25. August bis 23. September in der Galerie Claudia Geiser.

Tipp von Galerie Claudia Geiser – In der letzten Ausstellung der Galerie zeigen Margareta Daepp und Esther van der Bie unter dem Titel «Japan im Blick» je zwei Werkgruppen, in denen sich die intensive Auseinandersetzung der Künstlerinnen mit japanischer Kultur und Ästhetik spiegelt. Daepps Oribe-Keramik mit ihren kontrastierenden Farbflächen, geometrischen Formen und Dekorelementen prägt den einen Galerieraum, während im zweiten ihre monochromen und radikal schlichten «poetischen Piktogramme» zu sehen sind. Esther van der Bie ergänzt die Keramik durch grossformatige Fotografien, mit denen sie gegensätzliche Aspekte der japanischen Kultur thematisiert: einerseits die lebendige Tradition und ihre Ästhetik der Reduktion, andererseits die überschäumende Fülle, wie die Künstlerin sie in der vibrierenden Dichte von Architektur und Menschen der Grossstädte erfährt.

Die Keramikerin Margareta Daepp (*1959) setzt sich seit 12 Jahren intensiv mit der japanischen Kultur auseinander, sowohl praktisch als auch theoretisch. Als Artist in residence in Shigaraki und Seto widmete sie sich typisch japanischen Techniken. Ergänzend schrieb sie ihre Masterarbeit über die schlichte Ästhetik, wie sie sie in Japan kennen- und schätzen gelernt hatte. Das so erworbene Wissen und Können hat nicht nur ihre Arbeitsweise bereichert; es ermöglicht ihr auch, ihre Arbeit konsequenter, sensibler, schlichter und – im europäischen Sinne – radikaler zu entwickeln. Daepp kombiniert geometrische Formen wie Kreis, Quadrat und Sechseck mit Blüten- und Kristallformen, welche sie auf das Wesentliche reduziert. Sie verwendet Steinzeugton und Porzellane, die sie mit verschiedenen Glasuren in typisch japanischen Farben überzieht oder auch mit Autolack spritzt. Die Keramik wird ergänzt durch Holzformen, die mit Urushi (japanischem Lack) überzogen werden. Daepps Werke überzeugen mit ihrer sinnlichen Vielfalt, die durch die Kombination von schlichten, zurückhaltenden Formen und Farben sowie unterschiedlichsten Oberflächen entsteht. Ob die Werke mit ihren Anklängen an japanische Kunst nun matt, seidenmatt oder glänzend, fein, kristallin oder rau sind – sie faszinieren nicht nur als Kunstobjekt, sondern laden auch zum Berühren und Benutzen ein.

Auch die Fotografien von Esther van der Bie (*1962) thematisieren Japans Kultur, besonders deren gelebte Gegensätzlichkeit. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden ihre Bilder von Hanami, dem alljährlichen Betrachten der Kirschblüten. Diese verzaubern die Japanerinnen und Japaner seit Jahrhunderten nicht zuletzt durch ihre kurze Blütezeit, die den Kreislauf der Natur in dichtester Form erfahrbar macht. Es gilt die Schönheit des Augenblicks zu erhaschen, bevor die Blüten wieder von den Bäumen schneien. Deshalb gibt die Künstlerin nicht nur der Fülle des rosa-weissen Blütenmeers Raum in ihren Fotografien, sondern ebenso dem Entzücken der Menschen und ihrem Bemühen, die kostbaren Momente und selbst einzelne Blüten zu zelebrieren und festzuhalten. Einen zweiten Schwerpunkt bilden Landschafts- und Stadtbilder, die mit klassischen Motiven nur wenig gemein haben. Während in der traditionellen japanischen Tuschemalerei das Weiss des Papiers als Leerfläche eine wesentliche Rolle spielt, sind für van der Bie solche freien Flächen im heutigen grossstädtischen Japan kaum mehr zu finden. Die schiere Menge an architektonischen Bauten, Niveaus und Passagen, an Menschen und Waren in den Städten führt auf der visuellen Ebene zu einer Schichtung des Raums und einem Verlust der Tiefenwirkung. Eine klassische Bildaufteilung in Vorder- und Hintergrund oder Boden- und Himmelszone ist nicht mehr möglich – es ist der Raum selber, der in van der Bies Blick auf Japan durch die Fülle an Motiven zur faszinierend vielschichtigen Bildfläche wird.

Wir laden Sie herzlich zur Vernissage und Ausstellung ein. Nach dieser Ausstellung schliesst die Galerie.

Ausstellung: 25. August 2017 bis 23. September 2017
Vernissage: Do, 24. August 2017, 17 bis 20 Uhr. Die Künstlerinnen werden anwesend sein.
Führung durch die Ausstellung: So, 3. September 2017, 14 Uhr und 15 Uhr. Die Galerie ist von 13:30 Uhr bis 16 Uhr geöffnet. Keine Anmeldung erforderlich
Finissage: Sa, 23. September 2017, 12 bis 15 Uhr. Die Galerie ist ab 11 Uhr geöffnet. Margareta Daepp wird anwesend sein.
Öffnungszeiten: Do und Fr 13 bis 18 Uhr, Sa 11 bis 14 Uhr oder nach Vereinbarung.
Auskunft: +41 79 675 65 40, info@claudiageiser.ch
Website: www.claudiageiser.ch

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