Um 6:02 Uhr des 29. Augusts 2017 wur­de die japa­ni­sche Bevöl­ke­rung über das J-Alert-Sys­tem gewarnt, dass in Nord­ko­rea um zir­ka 5:58 Uhr eine Rake­te abge­feu­ert wor­den sei (sie­he Tweet oben). In den Regio­nen im Nord­os­ten Japans wur­den die Men­schen über das Sys­tem auf­ge­for­dert, Schutz zu suchen. Die Rake­te soll um 6:06 Uhr den Luft­raum über Kap Eri­mo im Osten von Hok­kai­do über­flo­gen und um 6:12 Uhr 1180 Kilo­me­ter öst­lich der Nord­in­sel in den Pazi­fi­schen Oze­an nie­der­ge­gan­gen sein, wie NHK News berich­tet. Japans Rake­ten­ab­wehr­sys­tem kam nicht zur Anwendung. 

Es wur­den soweit kei­ne Schä­den gemel­det. Nord­ko­rea hat­te die Mis­si­le ohne Vor­ankün­di­gung abge­feu­ert. Das japa­ni­sche Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um bezeich­ne­te dies als einen bei­spiel­lo­sen Vor­fall und eine schwer­wie­gen­de Bedro­hung. Das nord­ko­rea­ni­sche Mili­tär bestä­tig­te kurz dar­auf, dass man eine Rake­te in Rich­tung japa­ni­sches Meer abge­feu­ert habe. Sie habe eine Maxi­mal­hö­he von 550 Kilo­me­tern erreicht und sei 2700 Kilo­me­ter weit geflo­gen und schliess­lich im Pazi­fi­schen Oze­an niedergegangen.

Japans Warn­sys­tem

Das Warn­sys­tem J-Alert wur­de 2007 in Japan ein­ge­führt. Es ist ein satel­li­ten­ba­sier­tes Warn­sys­tem, das in kür­zes­ter Zeit die Bevöl­ke­rung bei Erd­be­ben, Vul­kan­aus­brü­chen, Tsu­na­mi oder eben auch bei mili­tä­ri­schen Gefah­ren mög­lichst früh­zei­tig infor­miert. In sol­chen Fäl­len zählt jede Minu­te. Die J-Alert-War­nun­gen wer­den jeweils an die Fern­seh­ka­nä­le wie auch an die Smart­pho­nes über­mit­telt. Die Behör­den geben die War­nun­gen schliess­lich auch über Laut­spre­cher durch. Am 29. August ver­schick­te J-Alert zwei Mel­dun­gen. Um 6:02 Uhr wur­de der Rake­ten­start bestä­tigt und um 6:14 Uhr wur­de gemel­det, dass der japa­ni­sche Luft­raum über­flo­gen wor­den sei.