Foto: flickr/​Paul Picho­taKommt nach dem Women-Only-Wagen nun auch der Men-Only-Wagen?

Sexu­el­le Beläs­ti­gun­gen in den über­füll­ten Zügen sind seit Jahr­zehn­ten ein gesell­schaft­li­ches Pro­blem in Japan (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Bereits vor Jah­ren wur­den Wagen­ab­tei­le eigens für Frau­en geschaf­fen, Sicher­heits­leu­te ein­ge­stellt, Kame­ras instal­liert und Warn­pla­ka­te in den Bahn­hö­fen auf­ge­stellt. Trotz all die­ser Bemü­hun­gen trei­ben die Grab­scher, auf Japa­nisch Chi­kan, wei­ter ihr Unwe­sen. Jähr­lich wer­den über 4000 Chi­kan-Fäl­le der Poli­zei gemel­det. Die Dun­kel­zif­fer ist noch viel höher. Gegen sexu­el­le Beläs­ti­gung im Zug wird inzwi­schen hart vor­ge­gan­gen. Den Grab­schern droht in Japan eine Geld­stra­fe von 500’000 Yen oder bis zu 10 Jah­ren Gefängnis.

Da gibt es aber auch noch eine ande­re Sei­te: Ist ein Mann heu­te dem Vor­wurf des Grab­schens aus­ge­setzt, dann muss er davon aus­ge­hen, dass er ver­ur­teilt wird, ja selbst wenn er unschul­dig ist. Flucht­fäl­le, ob von Schul­di­gen oder Unschul­di­gen, ereig­nen sich denn auch regel­mäs­sig (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Angst vor einer fal­schen Anschul­di­gung, berei­tet vie­len Män­nern der­art Sor­ge, dass sie wäh­rend der Fahrt demons­tra­tiv bei­de Hän­de im Zug jeweils am Hal­te­rie­men fest­hal­ten. Denn nie­mand will bei die­ser Rechts­la­ge dem Vor­wurf des Chi­kan aus­ge­setzt sein.

Die Vor­schlä­ge der Männer

Wegen der Sor­ge einer fal­schen Anschul­di­gung wird in den sozia­len Medi­en seit eini­ger Zeit der Vor­schlag dis­ku­tiert, künf­tig Men-Only-Züge ein­zu­füh­ren. Bereits vor einem Jahr wur­de eine Online-Peti­ti­on auf chan​ge​.org lan­ciert, um die­sem Anlie­gen mehr Gewicht zu geben. Lan­ge wur­de die­se igno­riert. Die aktu­el­le Dis­kus­si­on in den Medi­en und die kürz­li­chen Flucht­fäl­le haben der Peti­ti­on nun aber Auf­trieb gege­ben. Die ange­peil­te Unter­schrif­ten­zahl von 2500 ist nun prak­tisch erreicht.

Bereits wur­den auch schon radi­ka­le­re Lösun­gen dis­ku­tiert, wie Blo­gos berich­tet. Anstatt nur ein Wagen sol­len künf­tig alle Wagen wäh­rend der Stoss­zei­ten nach Geschlech­tern getrennt wer­den, so ein Vorschlag.