Foto: flickr/​Mark Peg­rumDie hei­li­gen Hir­sche von Nara.

Im weit­läu­fi­gen Park der alten Haupt­stadt Nara kann man durch Japans rei­che Geschich­te spa­zie­ren. Hier sind die ein­drück­li­chen Tem­pel­an­la­gen des Todai­ji und des Kofu­ku­ji, der Kasu­ga-Schrein oder das Nara-Natio­nal­mu­se­um zuhau­se – sowie über 1000 frei leben­de japa­ni­sche Sika­hir­sche. Seit jeher sind sie die heim­li­chen Stars in die­sem Park (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Von den Tou­ris­ten wer­den sie fleis­sig gefüt­tert. Dass die­se als hei­lig ange­se­he­nen Tie­re auch einen eige­nen Kopf haben und zuwei­len forsch auf­tre­ten kön­nen, ist hin­läng­lich bekannt. Manch­mal ver­ur­sa­chen sie sogar ein klei­nes Ver­kehrs­cha­os, wenn sie gleich in gros­sen Her­den über die Stras­se gehen:

Die Hör­ner schneiden

Ledig­lich ein­mal im Jahr wird ihre Frei­heit für kur­ze Zeit ein­ge­schränkt. Dann wer­den den Tie­ren von einem Shin­to-Pries­ter in einer öffent­li­chen Zere­mo­nie die Hör­ner geschnit­ten, um für die Park­be­su­cher nicht zur Gefahr zu wer­den. Das soge­nann­te «Shi­ka no Tsuno­ki­ri» fin­det jeweils im Okto­ber statt.

Die Sika­hir­sche sind inzwi­schen jedoch so zahl­reich, dass sie in den Aus­sen­quar­tie­ren der Stadt für vie­le Bau­ern zum Pro­blem wer­den. In meh­re­ren Fäl­len kamen deren Fel­der zu scha­den. Aus die­sem Grund hat die Stadt Nara nun zum ers­ten Mal seit 1957, als der Staat die Hir­sche von Nara zum Natur­denk­mal erklär­te, beschlos­sen, an 6 Orten die frei leben­den Tie­re ein­zu­fan­gen. 120 sol­len es bis März 2018 sein, wie NHK News berich­tet. Hier­für war eine Bewil­li­gung des Staa­tes not­wen­dig. In der Park­an­la­ge sel­ber soll sich jedoch nichts ändern. Hier gel­ten sie wei­ter als unantastbar.