Foto: flickr/​Son­ny Abe­sa­misSayo­na­ra!

Seit eini­gen Jah­ren boomt der Tou­ris­mus in Japan. Im kur­zen Zeit­raum von drei Jah­ren ist die Zahl der aus­län­di­schen Besu­cher von jähr­lich 13,5 Mil­lio­nen auf über 24 Mil­lio­nen gestie­gen. 2017 wird die­se Zahl vor­aus­sicht­lich noch ein­mal um 1 bis 3 Mil­lio­nen über­schrit­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Regie­rung will der­weil noch viel höher hin­aus. Längst hat sie den Tou­ris­mus als die gros­se Wachs­tums­bran­che erkannt. 

Bis zu den Som­mer­spie­len 2020 peilt sie 40 Mil­lio­nen aus­län­di­sche Tou­ris­ten an. Seit­her wird viel inves­tiert. Flug- und Schiffs­hä­fen wer­den aus­ge­baut (Asi­en­spie­gel berich­te­te), Dienst­leis­tun­gen und Hin­wei­se ver­mehrt auch auf Eng­lisch ange­bo­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die Auf­ga­be, die­sen zu Boom ver­wal­ten und aus­zu­bau­en, obliegt der japa­ni­schen Tou­ris­mus­be­hör­de. Doch die­ser feh­len offen­bar die finan­zi­el­len Mit­tel, um die vor­ge­ge­ben Ziel zu errei­chen. Aus die­sem Grund spielt sie nun mit dem Gedan­ken, einen neue Abga­be ein­zu­füh­ren. Die­se sol­len alle aus­län­di­schen Tou­ris­ten bei ihrer Aus­rei­se ent­rich­ten, wie NHK News berich­tet. Japan wäre nicht das ers­te Land, das eine sol­che Gebühr ein­füh­ren wür­de. Nach­bar Süd­ko­rea hat dies schon umgesetzt.

Wohin flies­sen die Einnahmen?

Mit den Zusatz­ein­nah­men wür­de die Tou­ris­mus­be­hör­de die Wer­be­ak­ti­vi­tä­ten im Aus­land und gleich­zei­tig in den Aus­bau von mehr­spra­chi­gen Dienst­leis­tun­gen und Hin­wei­sen für die Tou­ris­ten in Japan inves­tie­ren, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Die Tou­ris­mus­be­hör­de wird die Idee in den nächs­ten Mona­ten noch genau­er aus­ar­bei­ten und prüfen.

Die Kri­tik ist jedoch jetzt schon vor­pro­gram­miert. Es stellt sich die Fra­ge, ob Mehr­in­ves­ti­tio­nen in die Wer­bung auch auto­ma­tisch zu mehr Tou­ris­ten führt. In den sozia­len Medi­en ist Japan heu­te schon extrem prä­sent. Aus­ser­dem gibt es bereits eine Flug­ha­fen­ab­ga­be in Japan. Lan­ge muss­te die­se noch vor Abflug sepa­rat bezahlt wer­den, doch seit eini­gen Jah­ren ist sie im Flug­preis inte­griert. Den wenigs­ten Tou­ris­ten fällt sie daher auf. Aus­ser­dem ver­lan­gen immer mehr japa­ni­sche Gross­städ­te eine Über­nach­tungs­steu­er für Hotel­gäs­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Auch die­se fällt einem nur beim genau­en Blick auf die Quit­tung auf.