Foto: Asi­en­spie­gelBereits heu­te sor­gen Cafés mit Sprüh­re­gen für kur­ze Abkühlung.

Wäh­rend es in der Schweiz und Deutsch­land schon merk­lich küh­ler wird und der Herbst sich all­mäh­lich bemerk­bar macht, bleibt es in Japan, wie üblich im Sep­tem­ber, noch som­mer­lich heiss. Tem­pe­ra­tu­ren von 30 Grad in vie­len Regio­nen Japans sind selbst in die­ser Zeit nichts Unüb­li­ches. Auch wenn es die­ses Jahr unge­wöhn­lich viel Regen­ta­ge gab (Asi­en­spie­gel berich­te­te), war die Hit­ze auch die­ses Jahr stets prä­sent (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Zwi­schen Mai und Anfang Sep­tem­ber muss­ten über 50’000 Men­schen in Japan wegen Hitz­schlags not­fall­mäs­sig behan­delt wer­den, wie NHK News berich­te­te. Davon muss­ten über 17’000 im Kran­ken­haus blei­ben, bei 1050 han­del­te es sich um schwer­wie­gen­de Hitz­schlä­ge und 47 star­ben wegen der Hit­ze. Sta­tis­tisch gese­hen wer­den jeweils Anfang August am meis­ten Hitz­schlä­ge regis­triert. Genau die­se Umstän­de berei­ten den Orga­ni­sa­to­ren der olym­pi­schen Spie­le in Tokio, die am 24. Juli 2020 eröff­net wer­den, gros­se Sor­gen. So stellt sich die Fra­ge, wie ein Mara­thon bei Mor­gen­tem­pe­ra­tu­ren von 30 Grad und einer Tageshit­ze von zeit­wei­se mehr als 35 Grad bei hoher Luft­feuch­tig­keit über­haupt sicher durch­ge­führt wer­den kann?

Bäu­me – und die Technologie

Die Haupt­stadt plant daher schon eini­ge Mass­nah­men, wie die Nik­kei Shim­bun berich­tet. So sol­len einer­seits zahl­rei­che hohe gros­se Bäu­me an den Stras­sen­rän­der den Läu­fern und Zuschau­ern mög­lichst viel Schat­ten spen­den. Schon heu­te wird dar­an gear­bei­tet. Auch begrün­te pro­vi­so­ri­sche Wän­de ent­lang der Stre­cke wer­den getes­tet. Aus­ser­dem über­legt man sich, den Asphalt mit einem Mate­ri­al zu über­zie­hen, das die Feuch­tig­keit bes­ser spei­chern kann, um so die Ober­flä­chen­tem­pe­ra­tur der Stras­se zu sen­ken. Die Instal­la­ti­on von Anla­gen, die einen sanf­ten Sprüh­ne­bel ver­brei­ten, wur­de auch schon dis­ku­tiert (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Tech­no­lo­gie soll es also richten.

Letzt­end­lich wird aber die Stre­cken­füh­rung ent­schei­dend sein. So könn­ten nur schon die Quar­tie­re mit viel Wol­ken­krat­zern, die viel Schat­ten spen­den, hel­fen. Übri­gens küm­mer­te 1964, als Tokio sei­ne ers­ten Som­mer­spie­le durch­führ­te, die Hit­ze nie­man­den. Denn damals fan­den die Wett­kämp­fe im ange­neh­men Herbst­mo­nat Okto­ber statt. Und auch der Tokyo Mara­thon fin­det aus guten Grün­den jeweils im Febru­ar statt.