News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

Die neue Häuslichkeit

Zuhause ist es am besten. (Foto: flickr/ spinster cardigan)

Zuhause ist es am besten. (Foto: flickr/ spinster cardigan)

Zuhause ist es am besten. So denken offenbar viele Japaner zwischen 20 und 29 Jahren. Sie sind die Generation, die sogar am wenigsten das Haus verlässt, nämlich 37,1 Mal pro Monat. Das ist weniger als die über 70-Jährigen, die durchschnittlich 40,8 Mal aus dem Haus sind. Dies hat eine Umfrage der East Japan Marketing & Communications ergeben, wie Jiji News berichtet.

Die Generationen, die durchschnittlich am meisten das Haus verlassen, sind die Personen in den 30ern (49,1 Mal) und 40ern (45,7 Mal). Die 20er scheinen in diesem Vergleich weit weniger aktiv zu sein. Das geht sogar soweit, dass über 60 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe bei sich selber eine gewisse Hikikomori-Tendenz sehen. Hierbei muss jedoch betont werden, dass mit dem Begriff Hikikomori gewöhnlich eine extreme Form des sozialen Rückzugs gemeint ist. Gesellschaftliche Kontakte werden gemieden und die eigenen vier Wände verlassen diese Personen nur, wenn es absolut notwendig ist (Asienspiegel berichtete).

Wirklich Hikikomori?

Viel eher ist das Ergebnis der aktuellen Umfrage als ein Phänomen unserer Zeit zu verstehen. Die East Japan Marketing & Communications erklärt denn auch, dass wohl die Möglichkeiten des Internets zur neuen Häuslichkeit wesentlich beitragen. Für viele Tätigkeiten muss man nicht mehr wirklich das Haus verlassen. Auch auf Twitter wurde diese Umfrage leidenschaftlich diskutiert. Einige Nutzer betonten dabei, dass das Ergebnis damit zu erklären sei, dass viele 20-Jährige schlichtweg weniger Geld hätten. Andere seien zudem mit der Arbeit so beschäftigt, dass sie in ihrer Freizeit ganz einfach erschöpft zuhause blieben. Mit Hikikomori habe dies gar nichts zu tun.

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