News. Reisen. Japan. Von Jan Knüsel.

Die Palmen-Strasse bei Tokio

Chibafornia: Die Palmenstrasse von Sodegaura. (Screenshot: Google Maps)

Chibafornia: Die Palmenstrasse von Sodegaura. (Screenshot: Google Maps)

Sodegaura in der Präfektur Chiba kennt kaum ein Tourist. Die Stadt mit ihren 60’000 Einwohnern liegt in der grossen Bucht von Tokio. Schwerindustrie und Fabriken auf aufgeschüttetem Land prägen das Bild des Ortes. Und genau an einem dieser Küstenabschnitte gibt es eine Palmenstrasse, die einem bei schönem Wetter das Gefühlt vermittelt irgendwo in Hawaii oder Kalifornien zu sein.

98 riesige Palmen sind es, die auf einer Länge von 1 Kilometer den Weg zum Sodegaura Sea Side Park weisen, wie die Asahi Shimbun berichtet. Die Strasse bietet eine perfekte Aussicht auf die spektakuläre Tokyo-Wan-Aqua-Line, eine Kombination von Brücke und einem 10 Kilometer langen Unterwassertunnel. Gegenüber der Bucht befinden sich der Flughafen Haneda und die Grossstädte Kawasaki und Yokohama.

Kaihin-Koen-Strasse nennt sich die Palmenstrasse offiziell. Doch inzwischen spricht man in Anspielung auf Kalifornien lieber von «Chibafornia» oder «Sodefornia». Diese war auch schon Teil von Musikvideos und Autowerbungen. Besonders die Liebhaber von Motorrädern und sportlichen Autos kommen hierhin, um ihre Objekte vor den sommerlichen Palmen abzulichten und in den sozialen Medien zu teilen (siehe Tweets unten).

Die Mini-Version des Salar de Uyuni

Ein bisschen weiter südlich in der Stadt Kisarazu gibt es ein weitere unerwartete Sehenswürdigkeit, die inzwischen zahlreiche Fotografen anzieht (siehe Tweets ganz unten). An der Egawa-Küste gleich in der Nähe des Flughafens der japanischen Luftstreitkräfte von Kisarazu sind mehrere Strommasten, die in einer geraden Linie ins Meer hinaus führen, um einen kleinen Beobachtungsposten mitten in der Bucht mit Strom zu versorgen. Die Silhouette der Schwerindustrie von Kawasaki im Hintergrund vervollständigt diese urbane Szenerie, die sich bei ruhigem Wasserstand auf der Wasseroberfläche spiegelt. Viele vergleichen den Anblick mit dem berühmten Salar de Uyuni in Bolivien. Ein Miniversion sozusagen.

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