Foto: flickr/​hai­ry­egggEin Kanal­de­ckel für das Base­ball-Team der Hiro­shi­ma Carps.

In Japan sind die Kanal­de­ckel nicht ein­fach lieb­los gestal­te­te, zweck­mäs­si­ge Objek­te, denen nie­mand Beach­tung schenkt. Im Gegen­teil, es sind klei­ne Kunst­wer­ke, die eine gros­se Fan-Gemein­schaft haben. Jede Regi­on und jede Stadt besitzt auf zahl­rei­chen Kanal­de­ckeln ihre ganz eige­nen Moti­ve, auf denen zumeist loka­le Sehens­wür­dig­kei­ten oder Spe­zia­li­tä­ten abge­bil­det sind. Blu­men und Land­schaf­ten sind beson­ders beliebt. Aus­ser­dem hat die Zahl der Deckel, auf denen das Mas­kott­chen des Ortes (Asi­en­spie­gel berich­te­te) zu sehen ist, in den letz­ten Jah­ren sprung­haft zuge­nom­men, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berichtet.

Über 6000 ver­schie­de­ne Moti­ve haben sich inzwi­schen ange­sam­melt. Künst­ler Remo Camero­ta hat die­sem Phä­no­men sogar ein Buch gewid­met. In Japan gibt eine Ver­ei­ni­gung, die die Kanal­de­ckel im gan­zen Land fein säu­ber­lich doku­men­tiert. In den sozia­len Medi­en sind die Objek­te auf der Stras­se zu belieb­ten Foto­sujets avan­ciert. Und noch gibt es viel Poten­ti­al: Denn im gan­zen Land gibt es geschätz­te 15 Mil­lio­nen Kanal­de­ckel.

Aus­stel­lungs­ob­jekt und Souvenir

An eini­gen Orten sind zu einer Ein­nah­me­quel­le gewor­den. Es gibt Aus­stel­lun­gen, Sou­ve­nirs, Brief­mar­ken und gan­ze Kon­gres­se, die sich mit die­sem The­ma beschäf­ti­gen. Man­che neue Kanal­de­ckel-Designs wer­den sogar fei­er­lich ein­ge­weiht, wie zum Bei­spiel in der Stadt Higa­shi­hi­ro­shi­ma. Die Stadt Maeba­shi in Gun­ma hat sogar 10 gebrauch­te Kanal­de­ckel ver­kauft, für 3000 Yen das Stück, wie TV Asahi berich­tet. Die Stadt hät­te theo­re­tisch 200 davon ver­kau­fen kön­nen. So gross war das Inter­es­se für die 40 Kilo schwe­ren Objekte.