Foto: Asi­en­spie­gelEin typi­sches Ver­leih­sys­tem in Japan.

Das prak­ti­sche Fahr­rad­ver­leih­sys­tem, das sich inzwi­schen in vie­len west­li­chen Metro­po­len eta­bliert hat, wird zuneh­mend auch in Japan ange­bo­ten. In Tokio, Kana­za­wa, Hiro­shi­ma, Oka­y­a­ma, Toy­a­ma, Kobe, Yoko­ha­ma und ande­ren Städ­ten fin­det man inzwi­schen ent­spre­chen­de Sta­tio­nen, wo die Fahr­rä­der bereit­ste­hen. Für Tou­ris­ten sind sie prak­ti­sche Fort­be­we­gungs­mit­tel, um die Stadt ein­fach und schnell zu erkun­den. Bezahlt wird gewöhn­lich mit Kre­dit­kar­te oder einer kon­takt­lo­sen Bahn­kar­te wie Suica.

Auf der Suche nach frei­en Flä­chen für die Fahr­rad-Sta­tio­nen ent­wi­ckeln sich nun die Tau­sen­den von Con­ve­ni­en­ce Stores im Land zu den per­fek­ten Part­nern für die Ver­lei­her. So fin­det man seit kur­zem in 9 Able­gern der Mini­markt-Ket­te Seven Ele­ven in der Stadt Saita­ma Elek­tro­fahr­rä­der, die jeder mie­ten darf. Ver­wen­det wird dabei das Sys­tem Hel­lo Cycling vom Tele­kom­kon­zern Soft­bank. 15 Minu­ten kos­ten hier 60 Yen. 1 Tag rund 1000 Yen. Die Fahr­rä­der dür­fen an irgend­ei­ner Sta­ti­on von Hel­lo Cycling abge­ge­ben wer­den. Und dies ist nur der Anfang. Bis 2019 sol­len in 1000 Mini­märk­ten in Tokio und Umge­bung rund 5000 Fahr­rä­der zur Ver­fü­gung stehen.

Soft­bank ist nicht der ein­zi­ge Part­ner von Seven Ele­ven. Auch das Sharing-Sys­tem D-Bikesha­re vom Tele­kom­kon­zern NTT Doco­mo fin­det man seit Febru­ar bei 32 Seven Ele­ven-Able­gern in der Haupt­stadt. Auch mit die­sem Part­ner möch­te man aus­bau­en. Für die Mini­märk­te lohnt sich das Geschäft. Offen­bar haben die Able­ger mit Fahr­rad-Sta­tio­nen die Kun­den­zahl leicht erhö­hen können.

Auf der Stras­se oder auf dem Gehsteig?

Übri­gens gehö­ren in Japan die Fahr­rä­der eigent­lich auf die Stras­se, genau­er gesagt an den lin­ken Rand der Spur. Doch weil die stark befah­re­nen Stras­sen zu gefähr­lich wur­den, began­nen die Behör­den ab den 1970er-Jah­ren das Fahr­rad­fah­ren auf den Geh­stei­gen zu tole­rie­ren. Infol­ge­des­sen nah­men die Unfäl­le mit Fuss­gän­gern zu. Ab 1978 wur­den die Fahr­rad­fah­rer ange­hal­ten, die Geh­stei­ge lang­sam zu befah­ren und den Fuss­gän­gern jeweils den Vor­tritt zu las­sen. Erst in den letz­ten Jah­ren hat man in Tokio und ande­ren Städ­ten begon­nen, klar mar­kier­te Fahr­rad­spu­ren ein­zu­füh­ren (Asi­en­spie­gel berich­te­te).