In den japa­ni­schen Gross­stadt-Bahn­hö­fen ist es eng und zuwei­len hek­tisch. Allei­ne im Gross­raum Tokio gibt es vier Bahn­hö­fe, die täg­lich über eine Mil­li­on Pas­sa­gie­re zäh­len (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Der Bahn­hof Shin­juku sprengt der­weil alle Dimen­sio­nen. Täg­lich ver­keh­ren hier 3,64 Mil­lio­nen Men­schen. Das macht ihn zum beleb­tes­ten Bahn­hof der Welt. Hier wird jeder Raum genutzt. Ent­spre­chend eng ist es hier. Das kann selbst den Toi­let­ten­be­such zu einer müh­sa­men Ange­le­gen­heit wer­den las­sen, gera­de wenn man mit einem Kof­fer unter­wegs ist. 

Bahn­be­trei­ber Odakyu, der im Bahn­hof Shin­juku täg­lich 500’000 Pas­sa­gie­re bedient, hat für die­ses Pro­blem eine prak­ti­sche Lösung gefun­den. Vor den neu reno­vier­ten Toi­let­ten gibt es ab sofort einen soge­nann­ten Bag­ga­ge­port, mit dem man mit einem Kabel­schloss sei­nen Kof­fer dieb­stahl­si­cher befes­ti­gen kann. Das Gepäck kann man so mit gutem Gewis­sen vor der Toi­let­te ste­hen las­sen. Abschlies­sen und wie­der öff­nen kann man das Schloss mit einer belie­bi­gen kon­takt­lo­sen Bahn­kar­te (sie­he Video unten). Der Dienst ist kos­ten­los und scheint so gefragt zu sein, dass ein Bag­ga­ge­port-Post eines Twit­ter-Nut­zers 40’000 Likes und über 33’000 Ret­weets erhal­ten hat. 

An ver­schie­de­nen Orten einsetzbar

Her­stel­ler Shi­bu­ta­ni hat für die Erfin­dung von Bag­ga­ge­port 2016 einen Good Design Award gewon­nen. Ein­ge­setzt wer­den soll die­ses Sys­tem künf­tig nicht nur vor Toi­let­ten, son­dern auch vor Läden, Restau­rants, in Bus­bahn­hö­fen oder in Zügen.