Foto: flickr / MIKI Yoshi­hi­toEin nächt­li­cher Law­son in Sapporo.

Japans gigan­ti­scher Wirt­schaft gehen die Arbeits­kräf­te aus. Jede vier­te Per­son ist inzwi­schen über 65 Jah­re alt, die Gebur­ten­ra­te der­weil anhal­tend tief (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Ins­be­son­de­re die Con­ve­ni­en­ce Stores spü­ren die­se demo­gra­phi­sche Ver­än­de­rung. Der 24-Stun­­­den-Betrieb die­ser Mini­märk­te benö­tigt viel Per­so­nal, das nun zuneh­mend aus­geht (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Aus­tausch­stu­den­ten und Haus­frau­en sind die Grup­pen, um die sich die Mini­markt-Betrei­ber neu bemü­hen. 44’000 aus­län­di­sche Stu­den­ten arbei­ten inzwi­schen offi­zi­ell bei den drei gros­sen Ket­ten Seven-Ele­­ven, Fami­ly Mart und Law­son. Das Visum erlaubt ihnen, bis zu 28 Stun­den pro Woche zu arbei­ten. Allei­ne in Tokio stel­len sie inzwi­schen 20 Pro­zent der gesam­ten Beleg­schaft (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Mini­­markt-Ket­­ten gehen sogar soweit, dass sie in Viet­nam wie auch in Süd­ko­rea Schu­lungs­zen­tren für ihre künf­ti­gen Mit­ar­bei­ter eröff­net haben (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Der voll­au­to­ma­ti­sier­te Einkauf

Als Not­mass­nah­me, wenn sich kei­ne Ange­stell­ten fin­den las­sen, sind die Able­ger jedoch gezwun­gen, in der Nacht zu schlies­sen. Um die­ses Sze­na­rio mög­lichst zu ver­hin­dern, setzt Law­son künf­tig auf den unbe­mann­ten Mini­markt, wie die Huf­fing­ton Post Japan berich­tet. Die Tech­no­lo­gie soll das feh­len­de Per­so­nal erset­zen. Um Zutritt zu einem unbe­mann­ten Mini­markt zu erhal­ten, wird sich der Kun­de über eine Law­son-App regis­trie­ren müs­sen. Das Smart­pho­ne wird dann an einen Sen­sor gehal­ten, damit sich die Laden­tür öff­net. Auch die Pro­duk­te wer­den mit Hil­fe der App gescannt. Für die Bezah­lung hält der Kun­de das Han­dy schliess­lich über einen Bild­schirm an der Kasse. 

Angst vor Dieb­stäh­len hat Law­son nicht, da nur regis­trier­te Kun­den hin­ein dür­fen und Sicher­heits­ka­me­ras instal­liert wer­den. Der­einst soll das Sys­tem soweit gehen, dass ein Sen­sor beim Aus­gang alle mit­ge­nom­me­nen Pro­duk­te erfasst und so beim Ver­las­sen des Mini­mark­tes die Bezah­lung auto­ma­tisch abge­wi­ckelt wird. Mög­lich wird dies dank ein­ge­bau­ten RFID-Chips in den Produktverpackungen. 

Test­pha­se star­tet im Früh­ling 2018

Die Test­pha­se für den unbe­mann­ten Mini­markt star­tet im kom­men­den Früh­ling in eini­gen Able­gern in Tokio. Jeweils zwi­schen Mit­ter­nacht und 5 Uhr am Mor­gen wird die­ses Sys­tem in Betrieb sein. Ganz ohne Ange­stell­ten wer­den aber auch die­se Able­ger noch nicht aus­kom­men. Gewöhn­lich soll jeweils eine Per­son im Hin­ter­grund den Über­blick über das Lager und die Logis­tik behal­ten. Defi­ni­tiv ein­ge­führt wer­den soll das Sys­tem ab Febru­ar 2019.