Die 1001 Sta­tu­en von Kyo­to: 45 Jah­re Restaurierung

Foto: wiki­me­diaDie 1001 Kan­non-Sta­tu­en auf einem his­to­ri­schen Foto.

Die 1001 lebens­gros­sen Kan­non-Figu­ren gehö­ren zu den ein­drück­lichs­ten Sehens­wür­dig­kei­ten in der alten Kai­ser­stadt Kyo­to. Zu sehen sind sie im Ren­geo-in. Doch kaum jemand kennt die­sen bud­dhis­ti­schen Tem­pel bei die­sem Namen. Viel­mehr spricht man vom San­jū­s­an­gen­dō («der Tem­pel der 33 Säu­len­ab­stän­de»). Mit die­sem Begriff wird die unver­kenn­ba­re ein­stö­cki­ge Haupt­hal­le beschrie­ben. Sie ist mit 120 Metern sogar das längs­te Holz­ge­bäu­de Japans. Erst­mals errich­tet wur­de es im 12. Jahr­hun­dert. Nach einem Brand wur­de es 1266 ori­gi­nal­ge­treu wie­der aufgebaut.

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In der Haupt­hal­le ver­ehrt wird die tau­sen­dar­mi­ge Kan­non, die Gott­heit des Mit­ge­fühls, die als rie­si­ge sit­zen­de Sta­tue dar­ge­stellt wird. 3,3 Meter hoch ist die­se Haupt­fi­gur. Flan­kiert wird sie von wei­te­ren je 500 lebens­gros­sen und iden­tisch aus­se­hen­den Sta­tu­en. Beschützt wer­den sie von 28 Wächter­sta­tu­en. An bei­den Enden der Hal­le sind zudem der Gott des Don­ners (Rai­jin) und der Gott des Win­des (Fūjin) aus der Shin­to-Mytho­lo­gie zu sehen. Alle Kan­non-Sta­tu­en stam­men aus dem 12. und 13. Jahr­hun­dert. Sie wur­den aus Zypres­sen­holz gefer­tigt und mit Blatt­gold überzogen. 

Ein Gene­ra­tio­nen-Pro­jekt

Der Unter­halt die­ses japa­ni­schen Kul­tur­schat­zes ist gigan­tisch. 1973 begann man, die 1001 Kan­non-Figu­ren sorg­fäl­tig zu restau­rie­ren. 15 bis 40 Sta­tu­en wur­den Jahr für Jahr abtrans­por­tiert, fein säu­ber­lich auf Schä­den kon­trol­liert, von Staub und Dreck befreit, repa­riert. Sagen­haf­te 45 Jah­re dau­er­te die­se auf­wen­di­ge Arbeit, die ins­ge­samt 923 Mil­lio­nen Yen (rund 7 Mil­lio­nen Euro) kos­te­te. Am 22. Dezem­ber 2017 wur­den schliess­lich die letz­ten 9 restau­rier­ten Sta­tu­en in der Haupt­hal­le wie­der in Posi­ti­on gebracht, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­te­te. 996 Kan­non-Figu­ren sind nun dort, 5 wei­te­re sind zur­zeit an Muse­en ausgeliehen.

Foto: wikimedia/​663highlandDie lan­ge Haupt­hal­le des Sanjūsangendō.
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