Der freie Blick auf Kure: Eine Sze­ne aus dem Ani­me «In This Cor­ner of the World».

Der Ani­me «In This Cor­ner of the World» (jap. «Kone sekai no kata­su­mi ni») von Regis­seur Sunao Kata­buchi hat die Her­zen der japa­ni­schen Zuschau­er erobert. Die Geschich­te, deren Vor­la­ge vom mehr­tei­li­gen Man­ga-Band von Fumiyo Kono stammt, erzählt vom ent­beh­rungs­rei­chen All­tag wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs. Im Zen­trum steht die 18-jäh­­ri­ge Suzu aus Hiro­shi­ma, die zu ihrem Mann in die nahe gele­ge­ne Mari­ne­stadt Kure zieht und dort ihr schwie­ri­ges Leben mit Ein­falls­reich­tum und viel Humor meis­tert (Asi­en­spie­gel berich­te­te). In Japan hat der Ani­me eine loya­le Fan-Gemein­de gewon­nen. Anfäng­lich über Crowd­fun­ding finan­ziert, wur­de der Film inzwi­schen in über 390 Kinos in Japan gezeigt.

Der Ani­me hat auf einen Schlag auch die Stadt Kure unweit von Hiro­shi­ma ins Ram­pen­licht gerückt. So befin­det sich das Haus der Prot­ago­nis­ten auf einem Hügel, der eine per­fek­te Sicht auf die Bucht und den Mari­ne­ha­fen erlaubt. Die Wahl des Ortes ist kein Zufall. Tat­säch­lich leb­ten die Gross­el­tern der Man­ga-Künst­le­rin in einem Haus am Fus­se des Haus­ber­ges Hai­ga­mi­ne. Und so fand die­ser Ort auch einen Platz im Man­ga und schliess­lich im Ani­me. Der Erfolg hat nun dazu geführt, dass zahl­rei­che Fans auf den Hai­ga­mi­ne «pil­gern», der ihnen eine ähn­li­che Sicht auf Kure wie in «In This Cor­ner of the World» bie­tet (sie­he Tweet unten). Ein Fan hat sogar zahl­rei­che Orte, die im Ani­me vor­kom­men, auf­ge­sucht und foto­gra­fisch doku­men­tiert. Für Kures Tou­ris­mus ist das plötz­li­che Inter­es­se ein uner­war­te­tes Geschenk. 

Das Geschenk der Manga-Künstlerin

Dass aus Orten, die in einem Ani­me oder Man­ga vor­kom­men, Sehens­wür­dig­kei­ten wer­den, ist in Japan kein neu­es Phä­no­men (Asi­en­spie­gel berich­te­te). In die­sem Fall kommt es aber noch viel bes­ser. Denn Man­ga-Auto­rin Fumiyo Kono war bis vor kur­zem noch Besit­ze­rin des ehe­ma­li­gen Grund­stücks ihrer Gross­el­tern. Im ver­gan­ge­nen Jahr hat die Man­ga-Künst­le­rin das Land, wo lei­der kein Haus mehr steht, der Stadt gespen­det, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berichtet. 

Dar­aus soll nun ein Ani­me-Pil­ger­ort ent­ste­hen. Geplant ist mit bun­ten Bau­stei­nen die Umris­se des Hau­ses aus dem Ani­me nach­zu­zeich­nen, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Aus­ser­dem soll ein Blu­men­feld die Stim­mung des Fil­mes spür­bar machen. Hin­zu kommt eine gros­se Tafel mit einem Bild aus Fumiyo Konos Man­ga. Die Stadt Kure hat hier­für knapp 8 Mil­lio­nen Yen bud­ge­tiert. Wenn alles nach Plan läuft, wird der Ort noch in die­sem Jahr umge­stal­tet. «Der Hügel, an man dem Suzu tref­fen kann» wird er heissen.