Ein Hauch von Ghi­b­li: Der abge­le­ge­ne Bahn­hof Kitahama

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Ein Zwi­schen­halt beim Bahn­hof Kita­ha­ma am nord­öst­li­chen Rand von Hok­kai­do fühlt sich wie eine klei­ne Zeit­rei­se an. Die Sta­ti­on wur­de 1924 eröff­net und bedient das gleich­na­mi­ge klei­ne Dorf, das poli­tisch zur 10 Kilo­me­ter ent­fern­ten Stadt Aba­s­hiri gehört (sie­he Kar­te ganz unten). Ein höl­zer­nes Bahn­hofs­ge­bäu­de aus einer ande­ren Epo­che, ein lie­be­voll gepfleg­tes Restau­rant, ein alter Bahn­steig, ein ein­zi­ges Gleis und ein alter Post­brief­kas­ten, der täg­lich geleert wird, ver­sprü­hen eine Atmo­sphä­re wie in einem Ani­me von Stu­dio Ghi­b­li (sie­he Kurz­film oben). 

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In Japan kennt man den Ort als den Bahn­hof, der am nächs­ten zum Ochot­ski­schen Meer gele­gen ist. Im Win­ter wird das Treib­eis sogar bis vor die Küs­te geschwemmt. Der klei­ne Aus­sichts­turm des Bahn­hofs bie­tet eine per­fek­te Sicht auf die­ses Natur­schau­spiel. Die­se Fas­zi­na­ti­on und die Tat­sa­che, dass das Sta­ti­ons­ge­bäu­de in den ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­ten wie­der­holt in Fil­men und Fern­seh­se­ri­en zu sehen war, hat dazu geführt, dass der Bahn­hof eine loya­le Fan-Gemein­de hat. Seit er 2008 als Schau­platz im chi­ne­si­schen Film If You Are the One dien­te, legen auch Besu­cher aus Chi­na regel­mäs­sig einen Halt in Kita­ha­ma ein. 

Die See­le des Bahnhofs

Die Wän­de des alten War­te­raums zeu­gen von die­ser Leben­dig­keit an die­sem abge­le­ge­nen Ort. Sie sind voll­ta­pe­ziert mit Tau­sen­den von Noti­zen, Fahr­kar­ten und Visi­ten­kar­ten der Besu­cher. Zur spe­zi­el­len Atmo­sphä­re der Sta­ti­on trägt mass­geb­lich das Restau­rant und Café «Teis­ha­jō» bei. Einst waren die­se Räum­lich­kei­ten die Schal­ter­stel­le und das Büro des Bahn­hofs­vor­ste­hers. Spar­mass­nah­men mach­ten Kita­ha­ma 1984 jedoch zu einem Bahn­hof ohne Angestellte. 

Der damals 35-jäh­ri­ge Ryoi­chi Fujie, der in Kita­ha­ma auf­ge­wach­sen war, nutz­te die Gele­gen­heit und mach­te 1986 dar­aus ein Restau­rant, das er bis zum heu­ti­gen Tag mit viel Hin­ga­be betreibt. Die Innen­aus­stat­tung erin­nert an einen alten ele­gan­ten Zug, die köst­li­chen Spei­sen wer­den lie­be­voll zube­rei­tet. Das «Teis­ha­jō» und Fujie sind die See­le die­ses abge­le­ge­nen Ortes an der nörd­li­chen Gren­ze Japans. 

Die Bahn­kri­se in Hokkaido

Der Bahn­hof Kita­ha­ma ist Teil der Sen­mō Main Line, die die Städ­te Aba­s­hiri und Kushiro ver­bin­det. Der Ein-Wagen-Zug, der hier täg­lich nur weni­ge Male hält, wird heu­te vor allem noch von Schü­lern und Tou­ris­ten genutzt. Der Bevöl­ke­rungs­rück­gang hin­ter­lässt auch hier sei­ne Spu­ren. Die anhal­ten­de Kri­se der Bahn­be­trei­be­rin JR Hok­kai­do (Asi­en­spie­gel berich­te­te) bedroht nun sogar die gesam­te Exis­tenz die­ser Linie. 

Wenn die loka­len Behör­den finan­zi­ell nicht ein­sprin­gen, könn­te dies in naher Zukunft die Schlies­sung der Sen­mō Main Line bedeu­ten. Kita­ha­ma wäre dann ein Bahn­hof ohne Zug. Es ist zu hof­fen, dass es nie dazu kom­men wird.

Foto: Asi­en­spie­gelEin Ein-Wagen-Zug bedient den Bahnhof.
Foto: Asi­en­spie­gelDer Bahn­hof wur­de 1924 eröffnet.
Foto: Asi­en­spie­gelDer Bahn­hof liegt gleich Ochot­ski­schen Meer.
Foto: Asi­en­spie­gelErin­ne­run­gen von Besu­chern im Warteraum.
Foto: Asi­en­spie­gelAuch der Post­brief­kas­ten wird regel­mäs­sig geleert.
Foto: Asi­en­spie­gelAls wäre man in einem Zug. Im Restau­rant des Bahn­hofs Kitahama.
Foto: Asi­en­spie­gelDas Restau­rant Teis­ha­jō gibt es seit 1986.

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