Foto: wiki­me­dia / hide1228Die Gin­za-Linie beim Bahn­hof Shibuya.

Sie ist 14,3 Kilo­me­ter lang und umfasst 19 Sta­tio­nen zwi­schen Asa­ku­sa und Shi­bu­ya: Die Gin­za-Linie (jap. Gin­za-sen) mit ihrer auf­fäl­lig gel­ben Far­be ist der Klas­si­ker unter den Metro-Lini­en in der japa­ni­schen Haupt­stadt. Täg­lich beför­dert sie gemäss Tokyo Metro durch­schnitt­lich 1,08 Mil­li­on Pas­sa­gie­re. Im Dezem­ber 2017 fei­er­te sie ihren 90. Geburts­tag. Somit ist sie die ältes­te U-Bahn-Linie in ganz Asien. 

Tokyo Metro hat die­ser Linie sogar eine bild­star­ke Web­site mit zahl­rei­chen Arti­keln gewid­met. Die Japan Times hat der­weil einen aus­führ­li­chen Hin­ter­grund über die Gin­za Line publi­ziert. Hier eini­ge inter­es­san­te Fak­ten über die berühm­tes­te Unter­grund-Stre­cke Japans: 

  • 1927: Zwar fuh­ren in Japan seit den 1870ern Züge, doch erst 1925 began­nen die Arbei­ten für die ers­te U-Bahn in Japan. Am 30. Dezem­ber 1927 war die unter­ir­di­sche Stre­cke zwi­schen Ueno und Asa­ku­sa voll­endet. 5 Minu­ten dau­er­te die Fahrt zwi­schen den bei­den Stadt­vier­teln. 1934 folg­te die Erwei­te­rung bis nach Shin­ba­shi. 1939 war die Linie zwi­schen Asa­ku­sa und Shi­bu­ya vollendet. 
  • Unmit­tel­bar unter der Stras­se: Weil es sich um die ers­te U-Bahn han­del­te, konn­te man sie rela­tiv nahe an der Ober­flä­che bau­en. Von der Stras­se zum Bahn­steig sind die Wege ver­gleichs­wei­se kurz. Auf den letz­ten 300 Metern bis nach Shi­bu­ya fährt sie gar ober­ir­disch in den zwei­ten Stock des Bahn­hofs­ge­bäu­des. Bis April 2019 wird die­se Sta­ti­on um 130 Meter in die Nähe des neu­en Hika­rie-Hoch­hau­ses verlegt. 

  • Män­ner in der Über­zahl: Die Tokyo Metro führt akri­bisch Sta­tis­tik. Hier eini­ge Bei­spie­le: Eine Fahrt von Asa­ku­sa nach Shi­bu­ya dau­ert 32 Minu­ten. 40 Kom­po­si­tio­nen à 6 Wagen sind im Ein­satz auf der 14,3 Kilo­me­ter lan­gen Linie. 69,1 Pro­zent der Pas­sa­gie­re der Gin­za-Linie sind männ­lich, 30,9 Pro­zent weib­lich. Die Sta­ti­on Gin­za bedient zudem am meis­ten Pas­sa­gie­re. Durch­schnitt­lich 251’459 sind es pro Tag. Es fol­gen die Gin­za-sen-Bahn­hö­fe Shin­ba­shi (247’273) und Shi­bu­ya (219’936).

  • Geis­ter­bahn­hö­fe: Auf der Gin­za-Linie gibt es zwei still­ge­leg­te Bahn­hö­fe. Die Sta­ti­on Man­sei­ba­shi war ledig­lich bis 1931 in Betrieb, als sie durch die neu gebau­te Sta­ti­on Kan­da ersetzt wur­de. Die Sta­ti­ons­ta­fel «Man­sei­ba­shi» ist bei genau­em Hin­schau­en bis heu­te sicht­bar, wie der Blog der Tokyo Metro mit zahl­rei­chen Fotos zeigt. Die Sta­ti­on Jingu­mae wur­de der­weil 1972 geschlos­sen und um weni­ge Meter nach Osten ver­scho­ben, wo heu­te die Sta­ti­on Omo­te­san­do ist. Damit schuf man einen gemein­sa­men Bahn­hof für die Lini­en Gin­za und Chiyo­da. Der alte ver­las­se­ne Bahn­steig der Sta­ti­on Jingu­mae exis­tiert bis heu­te. Die Tokyo Metro hat dar­über eben­falls einen foto­gra­fi­schen Bericht geschrie­ben.
  • Namens­tau­fe: Der Name Gin­za Line wur­de erst 1953 ein­ge­führt, zwecks Unter­schei­dung zur damals neu eröff­ne­ten, zwei­ten U-Bahn-Linie der Stadt: die rote Maru­n­ou­chi Line. Die­se ver­kehr­te zunächst zwi­schen Ike­bu­kuro und Ochanomizu. 

  • Ursprung der War­te­schlan­gen: In den Nach­kriegs­jah­ren war die Gin­za-Linie so beliebt, dass die Bahn­stei­ge regel­mäs­sig über­füllt waren. Um die Lage in den Griff zu bekom­men, began­nen die Mit­ar­bei­ter mit Mega­fo­nen, Tafeln und War­te­schlan­gen zu arbei­ten. Man sagt, dass die bis heu­te exis­tie­ren­de effi­zi­en­te Ord­nung in den japa­ni­schen Bahn­hö­fen hier ihren Anfang nahm, wie die Japan Times in einem Hin­ter­grund­ar­ti­kel schrieb. 

  • Ein Bahn­über­gang: Die Gin­za-Linie ist die ein­zi­ge Metro in Japan, die einen Bahn­über­gang hat. Es han­delt sich um einen Zugang zur einer Inspek­ti­ons- und Repa­ra­tur­hal­le in der Nähe des Bahn­hofs Ueno. Pas­san­ten und Autos müs­sen dann gedul­dig war­ten. Hier eini­ge foto­gra­fi­sche Ein­drü­cke.
  • Retro-Züge im Ein­satz: Das Mar­ken­zei­chen der Gin­za-Linie war von Anfang die gel­be Far­be. Gleich­zei­tig wur­den die Züge in den letz­ten Jahr­zehn­ten regel­mäs­sig moder­ni­siert. Seit 2017 sind jedoch zwei Kom­po­si­tio­nen im Ein­satz, deren Aus­stat­tung den Ori­gi­nal-Wagen von 1927 nach­emp­fun­den ist – mit einer war­men Holz­ver­klei­dung und grü­nen Polstersitzen.