Bild: ja2100​.orgNach dem Tod von Kai­ser Hiro­hi­to am 7. Janu­ar 1989 wird am sel­ben Tag der Name der neu­en Ära bekannt­ge­ge­ben: Heisei.

Am 30. April 2019 wird Kai­ser Aki­hi­to abdan­ken. Am Tag dar­auf, am 1. Mai 2019, wird des­sen Sohn Naru­hi­to den Thron bestei­gen. Auf die­sen Zeit­plan hat sich die Regie­rung fest­ge­legt (Asi­en­spie­gel berich­te­te) und ist damit dem Wunsch des Ten­nō nach einer früh­zei­ti­gen Abdan­kung ent­ge­gen­kom­men (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Nach 30 Jah­ren wird Japan somit einen neu­en Kai­ser erhal­ten. Über­haupt wird es der ers­te sorg­fäl­tig geplan­te Thron­wech­sel in der moder­nen Geschich­te Japans sein. Denn bis­lang ende­te die Amts­zeit mit dem Tod eines Kai­sers. Die­se Umstel­lung bedeu­tet auch, dass sich die Regie­rung über eine neue Fra­ge den Kopf zer­bre­chen muss: Wann darf man den Name der neu­en Ära bekanntgeben?

Japans eige­ne Zeitrechnung

Denn Japan benutzt neben dem gre­go­ria­ni­schen Kalen­der auch eine eige­ne Zeit­rech­nung, die sich ganz nach der Amts­zeit eines Kai­sers rich­tet (Asi­en­spie­gel berich­te­te). So schreibt das Land aktu­ell das Jahr «Heisei 30». Heisei (kann als «Frie­de über­all» über­setzt wer­den) ist die Ärade­vi­se – auf Japa­nisch Gen­gō genannt – des der­zei­ti­gen Kai­sers Aki­hi­to und die Zahl steht für des­sen Amtsjahre. 

Für die Japa­ner sind es nicht irgend­wel­che abs­trak­te Begrif­fe. Sie wer­den im All­tags­le­ben aktiv ver­wen­det. Beim Aus­fül­len von For­mu­la­ren ist es nichts Unge­wöhn­li­ches, dass man nicht unse­re Jah­res­zahl, son­dern die japa­ni­sche Vari­an­te hin­schreibt. Die Ärade­vi­sen sind für die Japa­ner ein his­to­ri­scher Kom­pass (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Ent­spre­chend emo­tio­nal ist der Bezug zu einem sol­chen Äranamen. 

Frü­he ver­sus spä­te Bekannt­ga­be des Namens

Noch am 30. April 2019 wird man somit das Jahr «Heisei 31» schrei­ben, bevor dann am 1. Mai 2019 ein neu­er Ärade­vi­se mit der Zahl 1 star­ten wird. Die Wirt­schaft aber auch die Behör­den drän­gen dar­auf, dass die Regie­rung die­se mög­lichst früh bekannt­ge­ben soll. Denn eine Umstel­lung ist im digi­ta­len Zeit­al­ter mit viel Auf­wand ver­bun­den. Eigent­lich plan­te man schon im Som­mer die Bekannt­ga­be, doch nun hat der kon­ser­va­ti­ve Flü­gel sei­ne Beden­ken geäus­sert, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berichtet. 

Einer­seits wird man im Janu­ar 2019 die 30-jäh­ri­ge Amts­zeit von Ten­nō Aki­hi­to fei­ern. Eine vor­zei­ti­ge Bekannt­ga­be der neu­en Ärade­vi­se wür­de die fal­sche Bot­schaft aus­sen­den. Sie wäre gegen­über die­sem wich­ti­gen Ereig­nis und dem amtie­ren­den Kai­ser nicht ange­bracht, lau­tet ein Argu­ment. Ein ande­re Befürch­tung ist, dass eine früh­zei­ti­ge Ver­öf­fent­li­chung eine mona­te­lan­ge öffent­li­che Debat­te über den neu­en Namen aus­lö­sen könn­te. Bis­lang war dies gar nicht mög­lich, da die Bekannt­ga­be und der Start der neu­en Ärade­vi­se am glei­chen Tag statt­fan­den. Für Dis­kus­sio­nen gab es gar kei­ne Zeit. 

Die Regie­rung wird es daher wohl kaum jeman­dem recht machen kön­nen. Intern scheint man sich nur dar­über einig zu sein, dass die Ver­öf­fent­li­chung des Namens zu einem poli­tisch mög­lichs­ten ruhi­gen Zeit­punkt statt­fin­den soll. Das könn­te aber nun auch erst im Früh­jahr 2019 sein.