Foto: flickr / Geor­ge Alex­an­der Ishi­da New­man Fol­genAn einem Fest in Japan.

Japan zeich­net sich durch eini­ge demo­gra­phi­sche Beson­der­hei­ten aus. Einen genaue­ren Ein­blick erlaubt die aktu­el­le Sta­tis­tik des Innen­mi­nis­te­ri­ums. Hier drei Eigenheiten:

1) Japans Bevöl­ke­rungs­zahl schrumpft rasant

In Japan leben gemäss aktu­el­len Schät­zun­gen 126,7 Mil­lio­nen Men­schen. In den letz­ten sie­ben Jah­ren ist die­se Zahl um 1,3 Mil­lio­nen geschrumpft. Inzwi­schen sind es mehr als 200’000 Men­schen, die Japan jähr­lich «ver­liert». Die rasan­te Über­al­te­rung der Gesell­schaft, die tie­fe Gebur­ten­ra­te und eine feh­len­de nach­hal­ti­ge Immi­gra­ti­ons­po­li­tik haben zu die­ser Ent­wick­lung geführt. Geht es so wei­ter, dann wird Japan bis 2053 wie­der weni­ger weni­ger als 100 Mil­lio­nen Ein­woh­ner haben (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

2) Das Land mit der ältes­ten Bevölkerung

Japan ist das Land mit der am Abstand ältes­ten Bevöl­ke­rung. 27,9 Pro­zent sind über 65 Jah­re alt. Zum ers­ten Mal in der Geschich­te des Lan­des gibt es sogar mehr über 75-Jäh­ri­ge (näm­lich 17,7 Mil­lio­nen) als 65- bis 74-Jäh­ri­ge (17,64 Mil­lio­nen). Hin­zu kommt eine hohe Lebens­er­war­tung. Bei den Frau­en liegt die­se bei 87 Jah­ren, bei den Män­nern bei fast 81 Jah­ren (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Und so leben in Japan zur­zeit 5,59 Mil­lio­nen Men­schen, die die Alters­schwel­le von 85 Jah­ren bereits erreicht oder über­schrit­ten haben. Aus­ser­dem gibt es geschätz­te 67’000 über Hun­dert­jäh­ri­ge. Auch das ist ein welt­wei­ter Rekord (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

3) Das Land der weni­gen Kinder

Japans Gebur­ten­ra­te (von 1,44) ist seit Jah­ren viel zu tief (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Noch nie in der Geschich­te Japans mach­ten die Jugend­li­chen einen der­art klei­nen Anteil an der Gesamt­be­völ­ke­rung aus. Heu­te sind gera­de mal 12,3 Pro­zent unter 15 Jah­re alt. In abso­lu­ten Zah­len aus­ge­drückt sind das 15,53 Mil­lio­nen. Es gibt also mehr über 75-Jäh­ri­ge als unter 15-Jäh­ri­ge in Japan. Zum Ver­gleich: In den Baby­boom-Zei­ten der 1950ern mach­ten die Jugend­li­chen noch einen Anteil von 35,4 Pro­zent aus. Bis 1975 waren immer­hin noch 25 Pro­zent unter 15 Jah­re alt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Die Her­aus­for­de­run­gen

Schon heu­te spürt die japa­ni­sche Wirt­schaft die Fol­gen die­ser Ent­wick­lung. In der Gas­tro­no­mie, in den Fabri­ken, auf dem Bau und in den Pfle­ge­be­ru­fen fehlt es an genü­gend Arbeits­kräf­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Nur schon des­we­gen sind die Unter­neh­men mehr denn je gezwun­gen, auf die Auto­ma­ti­sie­rung zahl­rei­cher Berei­che zu set­zen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Hält die Über­al­te­rung an, könn­te das Sozi­al- und Ren­ten­sys­tem in der heu­ti­gen Form jedoch nicht mehr finan­ziert wer­den. Allei­ne bis 2025 wird Japans Ein­woh­ner­zahl noch­mals um 4 Mil­lio­nen zurück­ge­hen. Das ent­spricht unge­fähr der Grös­se von Yoko­ha­ma, immer­hin die zweit­gröss­te Stadt des Landes. 

Die japa­ni­sche Regie­rung ver­sucht das Pro­blem schon seit eini­gen Jah­ren mit ver­schie­de­nen Ansät­zen anzu­ge­hen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Und auch der Inter­na­tio­na­le Wäh­rung (IWF) hat eine gan­ze Rei­he an Mass­nah­men unter­brei­tet (Asi­en­spie­gel berich­te­te), die von der Fami­li­en­po­li­tik über die Gleich­be­rech­ti­gung am Arbeits­platz bis zu einem neu­en Steu­er­sys­tem rei­chen.