Foto: Asi­en­spie­gelAuf der rech­ten Sei­te ist der gros­se Kra­ter gut sichtbar.

Der Fuji: Seit Jahr­hun­der­ten inspi­riert die­ser Vul­kan mit dem sym­me­tri­schen Kegel Maler, Poe­ten und Lite­ra­ten. Hoku­sais Far­b­­hol­z­­schnitt-Serie «Die 36 Ansich­ten auf den Fuji» aus dem 19. Jahr­hun­dert haben den Berg welt­be­rühmt und zum Wahr­zei­chen Japans schlecht­hin gemacht. Seit 2013 gehört der Fuji und sein Umland sogar zum UNESCO-Welt­erbe (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Weni­ger bekannt ist, dass der Fuji auf der Hang­sei­te der Prä­fek­tur Shi­zuoka einen wei­te­ren rie­si­gen Kra­ter besitzt, Hoeizan genannt. Das Gebil­de wirkt wie eine gigan­ti­sche Beu­le auf die­sem sonst so per­fekt geform­ten Berg. Auch Hoku­sai ver­ewig­te die­sen Kra­ter auf einem sei­ner Farb­holz­schnit­te der 36 Ansich­ten des Fuji (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Ent­stan­den ist der Kra­ter beim vor­läu­fig letz­ten Aus­bruch des Fuji vor über 300 Jah­ren. Es war der 16. Dezem­ber 1707, etwas mehr als einen Monat nach dem ver­hee­ren­den Hoei-Erd­be­ben, als die Vul­kan­ak­ti­vi­tät begann. Erst am 6. Janu­ar 1708 kam der Berg wie­der zur Ruhe. Über die Regi­on leg­te sich eine dicke Schicht Vul­kan­asche. Selbst im 100 Kilo­me­ter ent­fern­ten Edo, dem heu­ti­gen Tokio, reg­ne­te es bis zu 4 Zen­ti­me­ter Asche. Das Ereig­nis von damals ist gut doku­men­tiert. Im dar­auf­fol­gen­den Jahr kam es am Fluss Saka­wa-Fluss, der bis nach Oda­wa­ra reicht, zu einer Hoch­was­ser-Kata­stro­phe. Es soll sogar 90 Jah­re gedau­ert haben bis sich in in der betrof­fe­nen Regi­on die Reis­pro­duk­ti­on wie­der voll­stän­dig erholt hat­te. Der gros­se Sei­ten­kra­ter ist das Erbe jener Tage. Weil die Ereig­nis­se im Jahr Hōei 4 statt­fan­den, erhielt die­ser den Namen Mount Hōei (jap. Hōeizan).

Foto: wiki­me­dia / Alps­da­keDer Mount Hōei ist nicht nur von der Vogel­per­spek­ti­ve gut sichtbar.

Bes­se­re Katastrophenverhütung

Seit­her ist es ruhig geblie­ben am Fuji. Das ist nichts Unge­wöhn­li­ches. Immer wie­der tat sich wäh­rend meh­re­re Jahr­hun­der­te nichts, bis der Fuji wie­der erwach­te. Für Vul­kan­ex­per­ten ist es daher nur eine Fra­ge der Zeit, bis es zum nächs­ten Aus­bruch kommt. Die­ses Mal will man bes­ser vor­be­rei­tet sein. Denn ein Vul­kan­asche-Regen über Tokio hät­te Kon­se­quen­zen für die Gesund­heit der Ein­woh­ner, die Strom- und Was­ser­ver­sor­gung sowie für den Verkehr.

Die japa­ni­sche Wet­ter­be­hör­de besitzt zwar heu­te schon ein Warn­sys­tem für Asche­re­gen, das ins­be­son­de­re in Kago­shi­ma zur Anwen­dung kommt (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Ein Plan für die mög­li­che Eva­ku­ie­rung betrof­fe­ner Regio­nen exis­tiert jedoch nicht. Das soll sich nun ändern, wie die Yomi­uri Shim­bun berich­tet. Die Regie­rung hat ein Bud­get gespro­chen, mit dem in bes­se­re Vor­her­sa­ge- und Mess­me­tho­den sowie in die Not­fall­mass­nah­men im Fal­le eines Vul­kan­aus­bruchs am Fuji inves­tiert wer­den soll.

Foto: NASAEin Bild von der Inter­na­tio­na­len Raum­sta­ti­on ISS, mit dem Kra­ter rechts.