Foto: flickr / cotaro70sDas Awa-Tanz­fes­ti­val in Tokushima.

Es ist das gröss­te Tanz­fest in ganz Japan. Jeweils zwi­schen dem 12. und 16. August ver­sam­meln sich Tanz­grup­pen und Musi­ker in der Stadt Tokushi­ma auf der kleins­ten Haupt­in­sel Shi­ko­ku, um den Awa-Odo­ri zu zele­brie­ren. Die­ser Tanz mit der unver­kenn­ba­ren Schritt­fol­ge, den rhyth­mi­schen eigen­wil­li­gen Hand­be­we­gun­gen und den Sprech­chö­ren hat sich zu einem kul­tu­rel­len Wahr­zei­chen Japans ent­wi­ckelt. Geschätz­te 100’000 Tän­zer und Musi­ker tre­ten an die­sen vier Tagen auf, wobei jede Grup­pe ihre eige­ne tra­di­tio­nel­le Klei­dung und ihren eige­nen Stil besitzt. 1,2 Mil­li­on Besu­cher zieht das Awa-Odo­ri-Fes­ti­val von Tokushi­ma inzwi­schen jähr­lich an. In den letz­ten Jah­ren ist die Ver­an­stal­tung sogar noch gewach­sen. Für die Stadt ist die Ver­an­stal­tung ein tou­ris­ti­sches Aus­hän­ge­schild und Wirtschaftsmotor. 

Es ist aber auch ein Fest, das in den ver­gan­ge­nen Jah­ren einen rie­si­gen Schul­den­berg ange­häuft hat. Dem Orga­ni­sa­tor des Awa-Odo­ri-Tanz­fes­ti­vals, der städ­ti­schen Tou­ris­mus­ver­ei­ni­gung, ist das Geld aus­ge­gan­gen. Auf über 400 Mil­lio­nen Yen (3 Mio Euro) belau­fen sich die Schul­den. Nun läuft das Kon­kurs­ver­fah­ren. Für die Stadt­be­hör­de ist dies ein Fias­ko, wie die Yomi­uri Shim­bun berich­tet. Denn die­se stand der Orga­ni­sa­ti­on stets finan­zi­ell zur Sei­te, als Geld­ge­be­rin und Bürge. 

Offen­bar hat­te die Tou­ris­mus­ver­ei­ni­gung zu vie­le kos­ten­lo­se Dienst­leis­tun­gen ange­bo­ten, um die Teil­neh­mer­zahl mit jedem Jahr zu stei­gern. Die damit gestie­ge­nen logis­ti­schen Kos­ten konn­ten so nicht mehr gedeckt wer­den. Zu stark hat­te sie sich auch auf die städ­ti­schen Sub­ven­tio­nen ver­las­sen und dabei den Auf­bau eines soli­den Geschäfts­mo­dell ver­nach­läs­sigt, wie Tokyo Kei­zai berich­tet. Die Hotels und Gas­tro­no­mie durf­te jah­re­lang so pro­fi­tie­ren, ohne finan­zi­ell etwas bei­steu­ern zu müssen. 

Das Awa-Odo­ri-Fes­ti­val soll weitergehen

Mit dem Kon­kurs­ver­fah­ren hat man klar gemacht, dass es so nicht wei­ter­ge­hen kann. Gleich­zei­tig ver­si­chert die Stadt­re­gie­rung, dass das Awa-Odo­ri-Tanz­fes­ti­val auch die­ses Jahr und in Zukunft statt­fin­den wird, wie die Sankei­Biz berich­te­te. Eine neu zu grün­den­de Orga­ni­sa­ti­on soll sich künf­tig um ein finan­zi­ell gewinn­brin­gen­des Tanz­fes­ti­val kümmern.

Foto: flickr / cotaro70sDas Awa-Tanz­fes­ti­val in Tokushima.