Foto: wiki­me­dia / tako­to maruiDer Son­nen­turm wäh­rend der Expo 1970.

1970 waren allen Augen auf Osa­ka gerich­tet. Sechs Jah­re nach den Som­mer­spie­len 1964 hat­te Japan mit der Expo ’70 noch ein­mal die Gele­gen­heit, sich der Welt im bes­ten Licht zu prä­sen­tie­ren. Es war die ers­te Welt­aus­stel­lung auf dem asia­ti­schen Kon­ti­nent. «Fort­schritt und Har­mo­nie für die Mensch­heit» war das Leit­the­ma. 77 Län­der stell­ten aus, 64 Mil­lio­nen Besu­cher kamen. Das sind fast drei Mal mehr Gäs­te als an der Expo 2005 in der Prä­fek­tur Aichi. Bis 2010 blieb die­ser Rekord bestehen. 

Aus dem Expo-Gelän­de in der Stadt Sui­ta in der Prä­fek­tur Osa­ka wur­de nach dem gros­sen Fest der Expo Memo­ri­al Park, eine weit­läu­fi­ge Park­an­la­ge. Nur weni­ge Struk­tu­ren von damals sind geblie­ben. Der Tower of the Sun (jap. Taiyō no tō) von Künst­ler Tarō Oka­mo­to ist das pro­mi­nen­tes­te Bei­spiel. Der Turm mit den mar­kan­ten Son­nen­ge­sich­tern war sogar eines der Wahr­zei­chen der Expo ’70 (hier gibt es noch mehr Fotos von damals). Lan­ge stand der Tower of the Sun da, ohne dass man sich wirk­lich um den Unter­halt küm­mer­te. Es gab sogar Stim­men, die einen Abbau for­der­ten. Die Denk­mal­schüt­zer setz­ten sich jedoch in den 90er-Jah­ren durch. Seit­her wur­de das Bau­werk wie­der­holt repa­riert. Das Inne­re durf­te aber, mit eini­gen Aus­nah­men in den ver­gan­ge­nen Jah­ren, lan­ge nicht betre­ten werden. 

Foto: flickr / cotaro70sDer Son­nen­turm heu­te. Aus dem Expo-Gelän­de wur­de ein Park.

2014 ent­schied sich die Prä­fek­tur Osa­ka schliess­lich für eine gründ­li­che Restau­rie­rung des his­to­ri­schen Baus. 1,8 Mil­li­ar­den Yen kos­te­ten die Arbei­ten, wie die Asahi Shim­bun berich­te­te. Am 18. März 2018 fei­er­te der Tower of the Sun, 48 Jah­re nach der Expo, die gros­se Wie­der­eröff­nung. Der Aus­stel­lungs­raum sowie der dar­in befind­li­che 41 Meter hohe Tree of Life wur­den neu her­ge­rich­tet und gestri­chen. 1970 war die­ser «Lebens­baum» mit 292 Figu­ren ver­schie­dens­ter Lebe­we­sen geschmückt. Im Rah­men der Restau­rie­rung hat man nun 183 die­ser Objek­te repa­riert oder sogar repro­du­ziert. Auch vom Son­nen­ge­sicht im Unter­ge­schoss des Tur­mes (The Sun of the Under­ground) hat man eine Nach­bil­dung gemacht. Für den Besuch muss man sich online anmel­den. Bis Juli ist das neue alte Wahr­zei­chen sogar aus­ge­bucht. So gross ist das Inter­es­se an der Wie­der­be­le­bung die­ses Stücks Expo-Geschichte. 

Kommt die Expo zurück nach Osaka?

Wie stark Osa­ka an die­sen wun­der­ba­ren Zei­ten hängt, zeigt die Tat­sa­che, dass die Metro­po­le 2025 aber­mals die Welt­aus­stel­lung aus­tra­gen möch­te. Die­ses Mal soll die Expo auf der auf­ge­schüt­te­ten Insel Yumeshi­ma in der Bucht von Osa­ka statt­fin­den. Zuerst muss sich die Stadt jedoch gegen Jeka­te­r­in­burg in Russ­land und Baku in Aser­bai­dschan durchsetzen. 

Der Son­nen­turm 2018

Ein­drü­cke von der Expo ’70

Foto: wiki­me­dia / tako­to maruiDie Expo 1970 in Osa­ka. Rechts der Sonnenturm.
Foto: flickr / m-lou­is .®Eine Nah­auf­nah­me vom Son­nen­turm 1970.
Foto: wiki­me­dia / tako­to maruiDer Schwei­zer Pavil­lon von 1970.
Foto: wiki­me­dia / tako­to maruiDer Furu­ka­wa-Pavil­lon an der Expo ’70 in Osaka.