Foto: flickr / Sota­ro OMU­RADer japa­ni­sche Pass.

Seit 2008 ver­gleicht und bewer­tet die Bera­tungs­fir­ma Hen­ley & Part­ners 199 Rei­se­päs­se. Japan belegt in die­sem Ran­king den 1. Platz – und dies zum ers­ten Mal über­haupt. Die Bür­ger des Insel­staa­tes dür­fen gleich 180 Natio­nen oder Son­der­ver­wal­tungs­ge­bie­te (wie z. Bsp. Hong­kong) ganz ohne Visum berei­sen. Ein­zig der Stadt­staat Sin­ga­pur liegt mit Japan gleichauf. 

Zu ver­dan­ken ist die­se neue Spit­zen­plat­zie­rung einer Ver­ein­ba­rung mit Usbe­ki­stan. Denn seit Febru­ar die­ses Jah­res gewährt der zen­tral­asia­ti­sche Staat sowohl Japan wie auch Sin­ga­pur die Ein­rei­se ohne Visum. Deutsch­land ist damit auf den zwei­ten Rang zurück­ge­fal­len. 179 Län­der erlau­ben den Deut­schen die visums­freie Ein­rei­se. Öster­reich hat es zusam­men mit 5 wei­te­ren Natio­nen auf den 4. Platz geschafft (visums­freie Ein­rei­se in 177 Län­der). Die Schwei­zer lie­gen mit vier wei­te­ren Staa­ten an 5. Stel­le (visums­freie Ein­rei­se in 176 Länder). 

Der Fuji im Reisepass

Japan hat somit nicht nur einen der bes­ten Rei­se­päs­se, son­dern auch einen der schöns­ten. Ab 2019 wer­den auf den Leer­sei­ten eine Aus­wahl der «36 Ansich­ten des Ber­ges Fuji» abge­bil­det sein. Katsus­hi­ka Hoku­sai erschuf um 1831 die­ses Meis­ter­werk, das schon zu sei­nen Leb­zei­ten von der Öffent­lich­keit bewun­dert wur­de. «Die gros­se Wel­le vor Kana­ga­wa» oder «Der rote Fuji» sind die berühm­tes­ten Bei­spie­le die­ser Serie. Hoku­sais Arbeit trug wesent­lich dazu bei, dass der Berg heu­te das bekann­tes­te Wahr­zei­chen Japans ist und seit 2013 auch zum UNESCO-Welt­­er­be zählt (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Eine Gene­ra­ti­on ohne Reisepass

Trotz die­ser Frei­hei­ten und Schön­hei­ten: Nicht alle Japa­ner zieht es in die Frem­de. Unter den jun­gen Japa­nern herrscht sogar eine aku­te Rei­se­un­lust. So besit­zen nur 5,9 Pro­zent der Japa­ner zwi­schen 20 und 29 Jah­ren einen Rei­se­pass. Eine all­ge­mei­ne Angst vor einer Aus­lands­rei­se, feh­len­de Sicher­heit sowie unge­nü­gen­de Fremd­spra­chen­kennt­nis­se wer­den als häu­figs­te Grün­de für die neue Zurück­hal­tung ange­ge­ben (Asi­en­spie­gel berich­te­te)