Foto: flickr / t-mizo2020 wird die Welt nach Tokio schauen.

In Japan neh­men im Ver­gleich zum Wes­ten viel weni­ger Ange­stell­te den ihnen gesetz­lich zuste­hen­den, bezahl­ten Urlaub in Anspruch (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Denn in Nip­pons Fir­men­welt gehört es sich nicht, ein­fach für ein paar Tage zu ver­schwin­den – aus­ser es han­delt sich um einen Not­fall. Wer abwe­send ist, der bür­det sei­nen Kol­le­gen mehr Arbeit auf, so die all­ge­mei­ne Hal­tung. Statt­des­sen gibt es eine Viel­zahl an natio­na­len Fei­er­ta­gen, um den gestress­ten Arbei­tern zumin­dest ein biss­chen Frei­zeit zu ermög­li­chen. 16 sind es ins­ge­samt. Das ist im inter­na­tio­na­len Ver­gleich ein Rekord. 

Die Fei­er­ta­ge sind aber auch ein idea­les Instru­ment, um kon­trol­liert für Ent­las­tung bei spe­zi­el­len Ereig­nis­sen zu sor­gen. So plant das Unter­haus für das Jahr der Som­mer­spie­le 2020 gleich drei Fei­er­ta­ge umzu­stel­len, wie die Asahi Shim­bun berich­tet. Der «Tag des Mee­res» wird dem­nach vom 20. Juli auf den 23. Juli ver­scho­ben, einen Tag vor Beginn der Olym­pi­schen Spie­le 2020. Der Tag der Eröff­nungs­ze­re­mo­nie am 24. Juli 2020 wird eben­falls zum natio­na­len Fei­er­tag. Es wird der «Tag des Sports» sein, der in gewöhn­li­chen Jah­ren jeweils am zwei­ten Mon­tag im Okto­ber statt­fin­det (sie­he Kalen­der unten). 

Vier freie Tage hintereinander

Nimmt man das Wochen­en­de hin­zu wer­den die Japa­ner gleich vier Tage hin­ter­ein­an­der frei haben. Es wird sozu­sa­gen eine olym­pi­sche Mini-Gol­den-Week wer­den. Mit einem ver­län­ger­ten Wochen­en­de soll ein stim­mungs­vol­ler Auf­takt zu den Spie­len gelin­gen. Gleich­zei­tig will man mit die­ser Mass­nah­me den Stoss­ver­kehr an die­sen Tagen dras­tisch redu­zieren. Dies soll auch die Arbeit der Poli­zei, die dann für die Sicher­heit zu sor­gen hat, erleichtern.

Auch der Tag nach der Abschluss­ze­re­mo­nie wird 2020 ein natio­na­ler Fei­er­tag sein. Hier­für wird der «Tag des Ber­ges» um einen Tag vom 11. auf den 10. August ver­scho­ben. Es wird das zwei­te ver­län­ger­te Wochen­en­de sein. Aus­ser­dem wird danach die Obon-Zeit begin­nen. Das bud­dhis­ti­sche Fest wird tra­di­tio­nel­ler­wei­se am 15. August gefei­ert. Dann erlau­ben die Unter­neh­men ihren Arbei­tern eine mehr­tä­gi­ge Aus­zeit (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Eine tem­po­rä­re Massnahme

Der Som­mer 2020 wird somit zu einem regel­rech­ten Fei­er­tags­fes­ti­val für die Japa­ner. Es wird aber ein ein­ma­li­ges Erleb­nis blei­ben. 2021 wird es wie­der wie gewohnt wei­ter­ge­hen. Die ent­spre­chen­den Anpas­sun­gen will das Unter­haus schon bald genehmigen.