Die Schrei­ne, auf Japa­nisch Jin­ja genannt, sind Zen­tren des japa­ni­schen Shin­to­is­mus. Jedes Dorf besitzt einen sol­chen ritu­el­len Ort. 80’000 bis 100’000 sol­cher Anla­ge, deren Grös­se stark vari­ie­ren, soll es im gan­zen Land geben. Vie­le Jin­ja fin­det man in Wäl­dern, da die­se als natür­li­che Wohn­stät­ten ihrer Gott­hei­ten ange­se­hen wer­den. Man­che davon bil­den ein per­fek­te Sym­bio­se mit der Natur. Dazu gehört auch ein Schrein in der Nähe des Dorfs Taka­mo­ri in der gigan­ti­schen Cal­de­ra-Regi­on des Aso-Vul­kans auf der Süd­in­sel Kyushu. 

Der Name der Stät­te – 上色見熊野座神社 – ist nicht nur lang, son­dern löst auch bezüg­lich der Lesung offen­bar eini­ge Ver­wir­rung aus. Oft fin­det man in eng­lisch­spra­chi­gen Blogs die Lesung Kamis­hi­ki-Miku­ma­no­za-Jin­ja. Tat­säch­lich aber ist die rich­ti­ge Lesung Kamis­hi­ki-Miku­ma­no­i­ma­su-Jin­ja, wie auf Tra​vel​.jp klar­ge­stellt wird. Sei­ne abge­le­ge­ne Lage mit­ten im Wald, der nächs­te Bahn­hof befin­det sich in 6 Kilo­me­ter Ent­fer­nung, macht ihn zu einem beson­de­ren Geheim­tipp in den sozia­len Medi­en (sie­he Tweet unten). Und seit die­ser Schrein im Ani­me Hotaru­bi no mori e von 2011 vor­kam, hat er sich sogar zu einem Ani­me-Pil­ger­ort (Asi­en­spie­gel berich­te­te) ent­wi­ckelt.

Eins mit der Natur

Ein Torii mar­kiert den Ein­gang zu die­ser mys­ti­schen Welt. Eine Stein­trep­pe, umge­ben von 100 Stein­la­ter­nen und einem impo­san­ten Wald, führt hoch zur Haupt­hal­le des Schreins, die vom schwe­ren Dop­pel­erd­be­ben von Kuma­mo­to 2016 (Asi­en­spie­gel berich­te­te) unbe­scha­det blieb. Der wah­re Schatz liegt jedoch hin­ter der Hal­le, wo ein noch stei­le­rer klei­ner Weg zu einem Fel­sen, den Uge­toi­wa, mit einem 10 Meter hohen Loch führt. Das Moos, das sich inzwi­schen über die gesam­te Anla­ge ver­brei­tet hat, taucht den Schrein in eine grü­ne Far­be. Der Kamis­hi­ki-Miku­ma­no­i­ma­su-Jin­ja hat sich per­fekt in die Natur eingefügt.