Immer wenn die Schnee­kro­ne auf dem Fuji im Früh­ling zu schmel­zen beginnt, bleibt an einer ganz bestimm­ten Stel­le auf der Höhe der ach­ten Berg­sta­ti­on auf der Sei­te der Prä­fek­tur Yama­na­shi hart­nä­ckig eine Schnee­flä­che lie­gen, die die Form eines Vogels hat. Es han­delt sich um den soge­nann­ten Nōto­ri, den «Land­wirt­schafts­vo­gel». Denn für die Bau­ern der Stadt Fujiyo­shi­da ist die Erschei­nung die­ser typi­schen Vogel­form tra­di­tio­nell das Signal dafür, dass man mit dem Reis­an­bau begin­nen kann. Gewöhn­lich erscheint der Vogel irgend­wann zwi­schen Mit­te April und Mit­te Mai.

Am gest­ri­gen 11. Mai 2018 war es wie­der soweit. Aus der Fer­ne war er zum ers­ten Mal in die­sem Jahr sicht­bar, wie Wea​ther​news​.jp berich­te­te. Zahl­rei­che Foto­gra­fen haben den Nōto­ri auf Twit­ter fest­ge­hal­ten. Die­se schau­en beson­ders gut auf des­sen Form, die jedes Jahr ein biss­chen anders ist. So war der Vogel ges­tern noch von einer ganz dün­nen Schnee­schicht umge­ben. Gewöhn­lich kann man das Phä­no­men bei schö­nem Wet­ter rund eine Woche lang beob­ach­ten, bis schliess­lich auch die Schnee­flä­che des Vogels end­gül­tig wegschmilzt. 

Ein his­to­ri­sches Phänomen

Die aller­ers­te schrift­li­che Erwäh­nung die­ses Natur­phä­no­mens fand man übri­gens laut Nik­kei Shim­bun im Buch «Kakusōro­ku» aus dem Jahr 1820.