Foto: flickr / Xiao­jun DengBier in Japan.

Nach einem Bier, einem Whis­ky oder einem Sake folgt sogleich ein rotes Gesicht. Es ist ein Bild, dass man im fei­er­abend­li­chen Japan öfters sieht. Der Grund dafür ist eine Gen­mu­ta­ti­on. So braucht es für die Ver­ar­bei­tung des Alko­hols und des­sen Abbau­pro­duk­te, die Ace­tal­de­hy­den, die bei­den Enzy­me ADH1B und ALDH2. Bei rund einem Drit­tel der Japa­ner sind die­se jedoch, ins­be­son­de­re ALDH2, inak­tiv oder schlicht zu wenig vor­han­den (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Gesichts­rö­tun­gen, Schwel­lun­gen, Übel­keit, Herz­ra­sen oder ein sofor­ti­ger Rausch nach gerin­gem Alko­hol­kon­sum sind typi­sche Sym­pto­me die­ser Into­le­ranz, die welt­weit bei 8 Pro­zent der Men­schen vor­kommt, wie eine in Plo­se ­Me­di­ci­ne publi­zier­ten Stu­die vor eini­gen Jah­ren ermit­telt hat. Dem­nach sind min­des­tens 540 Mil­lio­nen Men­schen davon betrof­fen, ein beträcht­li­cher Teil ist asia­ti­scher Her­kunft. Schät­zungs­wei­se 36 Pro­zent der Japa­ner, Korea­ner und Chi­ne­sen lei­den unter einer Alkoholintoleranz. 

In einer wei­te­ren Stu­die von die­sem Jahr hat ein For­schungs­team des Riken Cen­ter of Inte­gra­ti­ve Medi­cal Sci­ence und ande­rer Insti­tu­tio­nen kürz­lich die DNA-Sequenz von 2200 Japa­nern unter­sucht und dabei zahl­rei­che sel­te­ne Ver­än­de­run­gen bei Genen ent­deckt, die mit den Enzy­men ADH1b und ALDH2 in Bezie­hung ste­hen, wie Yahoo News berich­tet. Die­se Ent­wick­lung hat sich offen­bar in den letz­ten rund 100 Gene­ra­tio­nen ver­stärkt. Das Ergeb­nis wur­de in der Fach­zeit­schrift Natu­re Com­mu­ni­ca­ti­on publi­ziert. So bleibt ein­zig die Fra­ge, wel­chen evo­lu­tio­nä­ren Vor­teil die Men­schen, die weni­ger Alko­hol trin­ken konn­ten, hatten? 

Wes­halb die Alkoholintoleranz?

Die Stu­die hat dar­auf kei­ne Ant­wort. Eine The­se ist aus einer chi­ne­si­schen Stu­die, die 2010 in BMC Evo­lu­tio­na­ry Bio­lo­gy publi­ziert wur­de, zu ent­neh­men. Dem­nach könn­te die Gen­mu­ta­ti­on mit dem Beginn der Reis­kul­ti­vie­rung als natür­li­cher Schutz­me­cha­nis­mus auf­ge­kom­men sein.