Foto: wiki­me­dia / w0746203-1Ein Zug der Biwako-Linie.

25 Sekun­den zu früh fuhr ein Zug der Biwa­ko-Linie vom Bahn­hof Noto­ga­wa am Mor­gen des 11. Mai 2018 ab. Es war 7:11:35 Uhr. Der Zug­füh­rer hat­te die Türen bereits kurz zuvor schlies­sen las­sen. Er bemerk­te zwar, dass es noch zu früh war. Weil er aber kei­ne Pas­sa­gie­re auf dem Bahn­steig sehen konn­te, gab er das OK für die Abfahrt, wie die Asahi Shim­bun berich­te­te. Tat­säch­lich aber ver­pass­ten eini­ge Pas­sa­gie­re im Bahn­hof Noto­ga­wa dadurch den Zug. Einer beklag­te sich schliess­lich beim Per­so­nal, das sich für den Vor­fall entschuldigte. 

Man beliess es nicht dabei. Bahn­be­trei­ber JR West ver­öf­fent­lich­te noch am sel­ben Tag eine offi­zi­el­le Pres­se­mit­tei­lung, in man den Vor­fall noch ein­mal aus­führ­lich beschrieb und sich ent­schul­dig­te. Man wer­de das Per­so­nal noch­mals über die Regeln bei der Abfahrt unter­rich­ten und dem­entspre­chend einüben.

Ver­spä­tun­gen und Ver­frü­hun­gen wer­den protokolliert

In Japan hat ein Zug pünkt­lich zu sein. Ver­spä­tun­gen aber auch Ver­frü­hun­gen wer­den pflicht­ge­mäss pro­to­kol­liert. Zu einem ähn­li­chen Fall kam es in Tokio im ver­gan­ge­nen Novem­ber (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Gera­de in den Mor­gen­stun­den zählt jede Sekun­de. Die Pend­ler ver­las­sen sich auf den zuver­läs­si­gen Dienst der Bahn, damit sie auch pünkt­lich zur Arbeit kom­men. Auch der Zug vom 11. Mai war bis zum letz­ten Platz gefüllt. 1200 Pas­sa­gie­re waren in der 12-Wagen-Komposition. 

Pendler­, die wegen irgend­wel­cher Vor­fäl­le im Zusam­men­hang mit der Bahn zu spät zur Arbeit kom­men, erhal­ten eine soge­nann­ten «Beschei­ni­gung für die Ver­spä­tung» (sie­he Foto) von der Bahn aus­ge­hän­digt, die sie dem Arbeit­ge­ber als Beweis vor­le­gen können.