Foto: flickr / Aleis­ter Kel­manEin Fami­ly Mart in Japan.

Japans gigan­ti­scher Wirt­schaft gehen die Arbeits­kräf­te aus. Jede vier­te Per­son ist inzwi­schen über 65 Jah­re alt, die Gebur­ten­ra­te der­weil anhal­tend tief (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Ins­be­son­de­re die Con­ve­ni­en­ce Stores spü­ren die­se demo­gra­phi­sche Ver­än­de­rung. Denn der 24-Stun­­­­­den-Betrieb die­ser Mini­märk­te benö­tigt viel Per­so­nal, das nun zuneh­mend aus­geht (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

Aus die­sem Grund setzt die Bran­che zuneh­mend auf aus­län­di­sche Stu­den­ten. Deren Visum erlaubt es, bis zu 28 Stun­den pro Woche zu arbei­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Und so sind inzwi­schen 44‘000 Aus­län­der für die drei gros­sen Ket­ten Seven Ele­ven, Fami­ly Mart und Law­son tätig. Gera­de in den Städ­ten macht sich die neue inter­na­tio­na­le Atmo­sphä­re in den Con­ve­ni­en­ce Stores bemerk­bar. Allei­ne in Tokio stel­len sie 20 Pro­zent der gesam­ten Beleg­schaft. Im länd­li­chen Hok­kai­do wie­der­um ist es gera­de mal 1 Prozent. 

Die Aus­tausch­stu­den­ten haben auch den Vor­teil, dass prak­tisch alle von ihnen Japa­nisch ler­nen und somit am ehes­ten fähig sind, sich an die strik­ten Anstands­re­geln im Umgang mit den japa­ni­schen Kun­den zu hal­ten. Doch gera­de die kom­ple­xe Höf­lich­keits­spra­che bleibt eine gros­se Hür­de. Um das Arbeits­le­ben der Aus­tausch­stu­den­ten dies­be­züg­lich zu erleich­tern, hat Fami­ly Mart daher nun eine klei­ne Anpas­sung bei den inter­nen Vor­schrif­ten vor­ge­nom­men, wie IT Media berichtet. 

Ein ein­fa­ches Dan­ke­schön reicht aus

Seit März müs­sen die Ange­stell­ten bei der Ver­ab­schie­dung eines Kun­den nicht mehr «Ari­ga­tō gozai­ma­shi­ta, mata oko­shi kuda­sai­ma­se» sagen. Es ist eine aus­ge­spro­chen höf­li­che Art «Vie­len Dank, kom­men Sie bit­te wie­der» zu sagen. Statt­des­sen reicht es nun aus, ganz ein­fach «Ari­ga­tō gozai­ma­shi­ta» («Vie­len Dank») zu sagen. Das sei ein­fa­cher für die aus­län­di­schen Stu­den­ten und Kla­gen von japa­ni­schen Kun­de habe es dies­be­züg­lich nicht gege­ben, lässt Fami­ly Mart verlauten. 

Es ist nur eine von vie­len Anpas­sun­gen, mit denen man nicht nur Aus­län­der, son­dern all­ge­mein mehr Arbeits­kräf­te anlo­cken möch­te. So wur­de bei­spiels­wei­se auch die Vor­schrift, dass Ange­stell­te ihr Haar nicht fär­ben dür­fen, gestri­chen. Blond oder braun gefärb­tes Haar wird neu tole­riert. Man wol­le sich so dem Zeit­geist anpas­sen, heisst es, in der Hoff­nung mehr jun­ge Ange­stell­te für die­sen Job zu begeistern.