Foto: wiki­me­dia / RsaDas Sta­ti­ons­ge­bäu­de blieb 21 Jah­re lang geschlossen.

Der Ueno-Park bie­tet mit­ten im hek­ti­schen Tokio Ruhe und Ent­span­nung. Er ist zugleich auch ein Zen­trum der Küns­te. Gleich meh­re­re Natio­nal­mu­se­en, ein Kon­zert­saal, die Uni­ver­si­tät der Küns­te und Japan ältes­ter Zoo befin­den sich an die­sem Ort. Der gros­se Bahn­hof Ueno liegt gleich neben­an. Einst besass der Park sogar eine eige­ne Sta­ti­on, den Haku­buts­ukan-Dōbu­tusen-Eki, was über­setzt ganz ein­fach «Muse­um-Zoo-Bahn­hof» bedeu­tet. Es war der direk­tes­te Zugang zu den Muse­en und zum Zoo. Seit über 20 Jah­ren ist der Bahn­hof nun unge­nutzt, ein Geis­ter­bahn­hof mit­ten im beleb­ten Ueno. 

Im Dezem­ber 1933 wur­de der Muse­um-Zoo-Bahn­hof als Teil der Keisei-Linie eröff­net, die heu­te zwi­schen Ueno und dem Flug­ha­fen Nari­ta ver­kehrt. Weil die­se Sta­ti­on nur für 4-Wagen-Kom­po­si­tio­nen ange­legt war, wur­de sie in den Jahr­zehn­ten nach dem Zwei­ten Welt­krieg von der Bahn zuneh­mend igno­riert. 1996 benutz­ten täg­lich noch rund 800 Pas­sa­gie­re die Sta­ti­on. 1997 wur­de der Betrieb tem­po­rär ein­ge­stellt. Der Bahn­hof hat­te fort­an ledig­lich die Funk­ti­on eines Not­aus­gangs. 2004 wur­de er end­gül­tig aufgegeben. 

Seit 21 Jah­ren ist der Bahn­hof im Dorn­rös­chen­schlaf. Ein Besuch des Bahn­hofs ist wie eine Rei­se in die 90er-Jah­re. Alles blieb hier unbe­rührt, wie ein Besuch der Mai­ni­chi Shim­bun und ande­rer Medi­en zeigt (sie­he Tweets unten). Die Sta­ti­on besass kei­ne auto­ma­ti­sier­te Pas­sier­schran­ke. Statt­des­sen fin­det man im Unter­grund noch die klas­si­schen Ein­gän­ge aus Holz vor, wo die Ange­stell­ten die Fahr­kar­ten von Hand ein­zo­gen, so wie es in vie­len länd­li­chen Sta­tio­nen in Japan noch immer der Fall ist. Auch eine Wand­ma­le­rei, auf der zwei Pin­gui­ne zu sehen sind, ist erhal­ten geblie­ben. Das geschlos­se­ne Sta­ti­ons­ge­bäu­de, das im west­li­chen Stil gebaut wur­de, ist bis heu­te für alle Pas­san­ten sicht­bar (sie­he Foto oben).

Neue Plä­ne für den Geisterbahnhof

Im April wur­de der Haku­buts­ukan-Dōbu­tusen-Eki in die Lis­te der his­to­ri­schen Gebäu­de von Tokio auf­ge­nom­men. Und so hat man ent­schlos­sen, dem Bahn­hof neu­es Leben ein­zu­hau­chen. Der Ort wird nun gründ­lich geputzt und restau­riert, um ihn der Öffent­lich­keit zugäng­lich zu machen. Das Gebäu­de erhält zudem einen neu­en Ein­gang, der in Zusam­men­ar­beit mit der Kunst­uni­ver­si­tät gebaut wird. Bis im Herbst 2018 sol­len die Arbei­ten abge­schlos­sen sein. Dann wird aus dem ehe­ma­li­gen Muse­um-Zoo-Bahn­hof ein Geis­ter­bahn­hof, den jeder besu­chen darf.

Foto: wiki­me­dia / Cas­sio­peia sweetDer Bahn­hof in sei­nem letz­ten Betriebs­jahr 1997.