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Inaka­da­te in der Prä­fek­tur Aom­ori ganz im Nor­den der japa­ni­schen Haupt­in­sel Hons­hu ist ein klei­nes land­wirt­schaft­li­ches Dorf mit 8000 Ein­woh­nern. Tou­ris­mus spiel­te hier lan­ge kei­ne Rol­le. Dies änder­te sich 1993, als das Dorf in einer Ver­samm­lung beschloss, aus sei­nen Reis­fel­dern Kunst zu machen. Man begann mit einem Abbild des Bergs Iwa­ki in zwei Far­ben. Die Palet­te der ver­schie­den­far­bi­gen Reis­sor­ten wur­de Jahr für Jahr aus­ge­wei­tet, die Kunst­wer­ke ent­spre­chend kom­ple­xer. Plötz­lich konn­ten die Besu­cher Repro­duk­tio­nen berühm­ter Farb­holz­schnit­te bewundern. 

Heu­te fängt jeweils im April die Pla­nung an. Mit Hil­fe von Com­pu­tern wird bestimmt, wo jede ein­zel­ne Reis­sor­te auf dem Feld gepflanzt wird. Im Juli erblüht das Reis­­feld-Gemäl­­de schliess­lich in sei­ner gan­zen Pracht. Inzwi­schen wer­den zwei ver­schie­de­ne Wer­ke auf zwei Fel­dern (Town Hall und Yayoi no Sato) erschaf­fen. Es gibt sogar Aus­sichts­tür­me, um die Bil­der aus der Vogel­per­spek­ti­ve betrach­ten zu kön­nen. Selbst auf Goog­le Maps sind die Orte gut ersicht­lich (sie­he Kar­ten unten). 100‘000 Besu­cher strö­men so jeden Som­mer nach Inakadate. 

Man­ga und Hollywood

Die­ses Jahr ehrt das Dorf mit Osa­mu Tezu­ka einen der Gröss­ten der japa­ni­schen Pop­kul­tur. Man nennt ihn in Japan auch ehr­fürch­tig den Gott der Man­ga (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Bis zu sei­nem Tod 1989 pro­du­zier­te Osa­mu Tezu­ka 700 Man­ga-Wer­ke in einer Auf­la­ge von meh­re­ren hun­dert Mil­lio­nen Stück. Er erschuf Klas­si­ker wie Astro Boy, Princess Knight, Phoe­nix, Adolf, Bud­dha oder Black Jack. Eini­ge der Cha­rak­te­re aus die­sen Wer­ken sowie den Künst­ler sel­ber kann man nun auf dem Reis­feld bewun­dern. Osa­mu Tezu­ka wäre die­ses Jahr 90 Jah­re alt geworden. 

Das zwei­te Reis­feld­ge­mäl­de wid­met sich der­weil dem gros­sen Kino, genau­er gesagt dem Hol­ly­wood-Klas­si­ker «Roman Holi­day» mit Audrey Hepburn und Gre­go­ry Peck. Es sind die Prot­ago­nis­ten, das Kolos­se­um und das anti­ke Reli­ef Boc­ca del­la Veri­tà zu sehen. Vor 65 Jah­ren kam der Film, der Hepburn einen Oscar ein­brach­te, in die Kinos. 

Bei­de Aus­sichts­platt­for­men sind bis zum 31. August jeweils zwi­schen 9 und 17 Uhr geöff­net. Übri­gens gibt es in Inaka­da­te auch die Mög­lich­keit, zwi­schen Juni und Sep­tem­ber bei gewöhn­li­chen Arbei­ten auf den Reis­fel­dern haut­nah dabei zu sein.

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