Foto: leung­cho­pan / depo​sit​pho​tos​.comBlau­er Him­mel über Tokio.

Tsuyu, «der Pflau­men­re­gen», nennt sich in Japan die Regen­zeit, in der vie­le nas­se und unbe­stän­di­ge Tage hin­ter­ein­an­der zur Regel wer­den. Dann wird gewöhn­lich die höchs­te durch­schnitt­li­che Nie­der­schlags­men­ge regis­triert. Ein­zig der Sep­tem­ber, wenn die Tai­­­fun-Sai­­­son im vol­len Gan­ge ist, kommt fast an die Regen­zeit her­an. Auf der süd­li­chen Insel­ket­te Oki­na­wa star­tet die Regen­zeit jeweils Anfang Mai (die­ses Jahr am 7. / 8. Mai), auf den Haupt­in­seln ist der Auf­takt in einem Durch­schnitts­jahr Anfang Juni (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die­se reg­ne­ri­sche Zeit dau­ert je nach Regi­on bis Mit­te Juli. 

In der Regi­on Tokio scheint in die­sem Jahr jedoch alles ein biss­chen anders zu sein. Dort fing die Regen­zeit am 6. Juni an — und bereits nach 23 Tagen, am 29. Juni, war sie offi­zi­ell zu Ende, wie Ten​ki​.jp berich­tet. Die­se Geschwin­dig­keit ist eine Pre­mie­re für die Haupt­stadt. Denn zum ers­ten Mal über­haupt seit Beginn der Mes­sun­gen 1951 endet die Regen­zeit damit im Juni (hier die gesam­te Über­sicht). Das sind 7 Tage frü­her als 2017 und gleich 22 Tage frü­her als in einem Durchschnittsjahr. 

Ein heis­ser tro­cke­ner Juli?

Nun wird befürch­tet, dass der Juli beson­ders heiss wer­den könn­te (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Weni­ger Regen­ta­ge und sogar Was­ser­man­gel könn­ten die Fol­ge sein, ähn­lich wie 1978, als es eine eben­so kur­ze Regen­zeit gab. 

Damit ist die Tokio nun die ein­zi­ge Regi­on neben Oki­na­wa, die die Regen­zeit bereits hin­ter sich gelas­sen hat. In den ande­ren Regio­nen bleibt zur­zeit noch reg­ne­risch. Im Nor­den der Süd­in­sel Kyus­hu sowie in der Prä­fek­tur Naga­no kam es ges­tern sogar zu hef­ti­gen Regen­fäl­len, wie die Yomi­uri Shim­bun berichtet.