Bild: gvna​vi​.co​.jpDer Geträn­ke­au­to­mat, mit dem Lunch­bo­xen bestel­len kann.

Japan ist das Land mit der höchs­ten Dich­te an Ver­kaufs­au­to­ma­ten. Mehr­heit­lich bie­ten die­se Geträn­ke an. Über 5 Mil­lio­nen sind es im gan­zen Land (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die Maschi­nen sind, wie die Strom­mas­ten (Asi­en­spie­gel berich­te­te), seit Jahr­zehn­ten ein fes­ter Bestand­teil der urba­nen wie auch länd­li­chen Sze­ne­ri­en. Das Geschäft mit den Geträn­ke­au­to­ma­ten steckt jedoch in der Kri­se, wie Jiji News berich­tet. Die Ver­käu­fe sind in den letz­ten 20 Jah­ren um 30 Pro­zent zurück­ge­gan­gen. Die Con­ve­ni­en­ce Stores neh­men den Geträn­ke­au­to­ma­ten Kun­den weg. Denn der Mini­markt hat neben sei­ner all­ge­gen­wär­ti­gen Prä­senz im Land einen wei­te­ren ent­schei­den­den Vor­teil: Das Ange­bot geht weit über Geträn­ke hinaus. 

An die­sem Punkt set­zen nun die Her­stel­ler der Geträn­ke­au­to­ma­ten an. Sie begin­nen, das Ange­bot in den Auto­ma­ten zu erwei­tern – mit fri­schen Oben­to-Lunch­bo­xen. Hier­für ist Geträn­ke­her­stel­ler Sun­to­ry eine Koope­ra­ti­on mit Japans gröss­tem Restau­rant-Online-Gui­de Gur­u­na­vi ein­ge­gan­gen. Taku­ben nennt sich das neue Pro­jekt. Die Idee ist ein­fach: Geträn­ke­au­to­ma­ten, die sich in Büros befin­den, wer­den neu mit einem Bestell­knopf für eine Lunch­box-Lie­fe­rung aus einem Restau­rant in der Nähe aus­ge­rüs­tet. Das Ange­bot vari­iert je nach Wochentag. 

Zwi­schen 8 und 10 Uhr mor­gens kön­nen die Ange­stell­ten so ihr Mit­tag­essen bestel­len. Nach der Bezah­lung erhält man eine Mün­ze, die den Kauf bestä­tigt und zugleich als 10-Yen-Rabatt beim nächs­ten Geträn­ke­kauf ver­wen­det wer­den kann. Um 12 Uhr wer­den schliess­lich alle bestell­ten fri­schen Oben­to-Boxen zum Geträn­ke­au­to­ma­ten im Büro gelie­fert (hier­zu ein Video). Für die Ange­stell­ten ent­fällt so ein müh­se­li­ges Anste­hen im Mit­tags­re­stau­rant. Büros, die einen Sun­to­ry-Auto­ma­ten besit­zen, kön­nen die­ses Ange­bot in Anspruch neh­men. Die Part­ner pei­len zur­zeit 1000 sol­cher Oben­to-Auto­ma­ten an. Die Koope­ra­tio­nen mit den Restau­rants vari­ie­ren dabei. 

Viel­fäl­ti­ge Automaten

Der Oben­to-Lie­fer­au­to­mat ist nur eines von meh­re­ren Bei­spie­len, die zei­gen, wie sich die Bran­che zur­zeit diver­si­fi­ziert. Der Geträn­ke­her­stel­ler Dydo hat aus sei­nen Auto­ma­ten einen kos­ten­lo­sen Regen­schirm-Ver­leih gemacht (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Kon­kur­rent Asahi setzt der­weil auf ein eis­kal­tes Getränk in sei­nen Auto­ma­ten. Letzt­end­lich geht es dar­um, die Kun­den wie­der zu den alt­be­währ­ten Auto­ma­ten zurückzuholen.

Übri­gens ist die Diver­si­fi­ka­ti­on des Ange­bots in den Auto­ma­ten nichts Neu­es. Schon lan­ge gibt es Maschi­nen, die Ziga­ret­ten, Blu­men, Früch­te, Bücher, Essen oder gar Reis ver­kau­fen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Das neue Oben­to-Ange­bot kom­bi­niert der­weil das Ange­bot von Getränk und Essen, so wie es auch die Mini­märk­te seit Jah­ren erfolg­reich machen.