G-Cans: Die gigan­ti­sche Hal­le im Unter­grund von Tokio

Foto: wiki­me­dia CC / AMA­NO Jun-ichiG-Cans: Eine gigan­ti­sche Untergrundhalle.

Es han­delt sich um Japans gröss­te unter­ir­di­sche Infra­struk­tur, deren Name kaum auf die­sen Gigan­tis­mus hin­deu­tet: Shu­token Gai­k­a­ku Hōsui­ro oder auf Deutsch «der äus­se­re Ent­wäs­se­rungs­ka­nal für das Haupt­stadt­ge­biet» nennt sich die­ses Bau­werk. Auf Eng­lisch spricht man ganz ein­fach von «G-Cans».

Es ist die gröss­te Ent­wäs­se­rungs­an­la­ge der Welt, die in der Stadt Kasuka­be in der Prä­fek­tur Saita­ma in einer Tie­fe von 50 Metern unter der Ober­flä­che gebaut wur­de. Fünf läng­li­che, 65 Meter hohe Schäch­te sind auf einer Län­ge von 6,3 Kilo­me­tern mit Tun­neln ver­bun­den. In einem ein­zi­gen Schacht hät­te gleich ein gan­zes Space Shut­tle Platz (hier eine aus­führ­li­che Erklä­rung auf Eng­lisch).

Am Ende die­ses Sys­tems steht das Herz­stück auf einer Flä­che von 14’000 Qua­drat­me­tern. Es ist ein gigan­ti­scher Was­ser­spei­cher, der 177 Meter lang, 78 Meter breit und 18 Meter hoch ist. Die­se rie­si­ge Hal­le wird von 59 Stütz­pfei­lern getra­gen, die jeweils 500 Ton­nen wie­gen. Die Bau­wei­se lässt den Spei­cher wie eine unter­ir­di­sche Kathe­dra­le aus­se­hen. Bei Tai­fu­nen und star­ken Regen­fäl­len in Tokio wer­den die Was­ser­mas­sen in die­ses Sys­tem gelei­tet und schliess­lich kon­trol­liert in den Fluss Edo­ga­wa ent­las­sen. 1992 wur­den die Bau­ar­bei­ten in Angriff genom­men. 2006 wur­de die Anla­ge fer­tig­ge­stellt. Die Zahl der Über­schwem­mun­gen und über­flu­te­ten Häu­ser konn­ten seit­her nach­weis­lich redu­ziert werden. 

Ein Besu­cher­ma­gnet

Die Archi­tek­tur und die schie­re Grös­se die­ses Bau­werk zieht seit Jah­ren neu­gie­ri­ge Tou­ris­ten an. «G-Cans» hat sich wäh­rend den Tro­cken­zei­ten zu einer attrak­ti­ven Sehens­wür­dig­keit ent­wi­ckelt. Lan­ge wur­de die Zahl der Anmel­dun­gen auf 3 Tou­ren pro Tag beschränkt. Das hat nicht aus­ge­reicht. Nun wur­den die Kapa­zi­tä­ten erhöht und ein Rei­se­ver­an­stal­ter für die Orga­ni­sa­ti­on bei­ge­zo­gen. Seit­her wer­den 7 Tou­ren pro Tag für jeweils maxi­mal 50 Per­so­nen ange­bo­ten. Der Ein­tritt kos­tet ab dem 1. Sep­tem­ber 650 Yen. Eine Per­son führt durch die Anla­ge. Da die Tour wie auch die Anmel­dung nur in japa­ni­scher Spra­che ange­bo­ten wer­den, lohnt es sich, für die­sen Tag einen pri­va­ten Gui­de beizuziehen.

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