Der lang­sams­te Shinkansen

Foto: Asi­en­spie­gelDer Mini-Shink­an­sen von Shikoku.

Seit 2016 der Hok­kai­do-Shink­an­sen eröff­net wur­de (Asi­en­spie­gel berich­te­te), sind drei der vier japa­ni­schen Haupt­in­seln ans Hoch­ge­schwin­dig­keits­zug-Netz ange­schlos­sen. Allei­ne die­se Tat­sa­che ist für den Insel­staat eine tech­ni­sche Meis­ter­leis­tung. Die kleins­te Haupt­in­sel Shi­ko­ku war­tet der­weil ver­geb­lich. Plä­ne für eine Stre­cke gibt es seit 1969. Es wäre eine 480 Kilo­me­ter lan­ge Linie, die von Tokushi­ma über Taka­matsu bis nach Mats­u­y­a­ma und schliess­lich nach Oita auf Kyus­hu füh­ren wür­de. Eine zwei­te Stre­cke wür­de von Oka­y­a­ma über Taka­matsu bis nach Kochi ver­lau­fen. Bis heu­te hat man es jedoch bei den Plä­nen belas­sen und statt­des­sen ande­ren Stre­cken im Land den Vor­zug gege­ben. Dies führt dazu, dass Shi­ko­ku bis heu­te mit einem Limi­ted-Express-Zug­netz Vor­lieb neh­men muss. Schnel­ler kommt man auf der kleins­ten Haupt­in­sel nicht voran. 

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In Shi­ko­ku scheint man die­se Tat­sa­che jedoch mit Humor zu neh­men. So fährt auf der Yodo-Line ein Lokal­zug, der zumin­dest das Aus­se­hen eines Shink­an­sen hat, mit der typisch blau-weis­sen Far­be und der berühm­ten Nase der aller­ers­ten Serie 0. Die Innen­aus­stat­tung die­ser Ein-Wagen-Kom­po­si­ti­on ist ganz in blau gehal­ten mit zwei lan­gen Sitz­rei­hen aus­ge­stat­tet. Im hin­te­ren Bereich gibt es eine Vitri­ne, in der Modell­zü­ge aus­ge­stellt sind. Aus­ser­dem sind vier Sit­ze instal­liert, die tat­säch­lich ein­mal in einem Serie-0-Wagen ver­wen­det wurden.

Shi­ko­ku baut sich sei­nen eige­nen Shinkansen

In Japan spricht man bei sol­chen Model­len von soge­nann­ten Hob­by-Zügen. Mit einer Höchst­ge­schwin­dig­keit von 85 km/​h könn­te man ihn auch als lang­sams­ten Shink­an­sen bezeich­nen. Am 15. März 2014 wur­de er fei­er­lich ein­ge­weiht, wie die Huf­fing­ton Post damals berich­te­te. Seit­her ver­kehrt der Mini-Shink­an­sen täg­lich zwi­schen den Bahn­hö­fen Uwa­ji­ma in der Prä­fek­tur Ehi­me und Eka­wa­sa­ki in der Prä­fek­tur Kōchi (hier geht es zum Fahr­plan.

Letz­te­rer Bahn­hof ist übri­gens der idea­le Aus­gangs­punkt für eine 40 Kilo­me­ter lan­ge Fahr­rad­tour ent­lang des pit­to­res­ken Shi­man­to-Flus­ses. Doch hier­zu mehr in einem ande­ren Artikel.

Foto: Asi­en­spie­gelDie Innen­aus­stat­tung des Mini-Shinkansen.
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