Foto: Depo​sit​pho​tos​.comUS-Open-Sie­ge­rin Nao­mi Osaka.

In einem US-Open-Fina­le vol­ler Emo­tio­nen schlug die 20-jäh­ri­ge Nao­mi Osa­ka ihr gros­ses Idol Sere­na Wil­liam in zwei Sät­zen. Mit die­sem Sieg schrieb sie Geschich­te: Denn Osa­ka ist die ers­te Japa­ne­rin, die ein Grand-Slam-Tur­nier im Ten­nis gewon­nen hat. Mit ihrem sanf­ten Auf­tre­ten bei der Pokal­über­ga­be und ihren sym­pa­thi­schen Ant­wor­ten bei der anschlies­sen­den Pres­se­kon­fe­renz hat sie heu­te schon die Her­zen vie­ler Ten­nis­fans erobert. Dabei zeigt sich auch: Selbst vie­le Jour­na­lis­ten wis­sen noch wenig über die­sen neu­en Star. So lau­te­te eine Fra­ge an der Pres­se­kon­fe­renz, wie­so sie denn wie die Stadt Osa­ka heis­se? «Alle, die in Osa­ka gebo­ren wer­den, heis­sen Osa­ka», war ihre humor­vol­le Ant­wort darauf.

Osa­ka, das ist in Japan auch ein Fami­li­en­na­me (大坂), der jedoch leicht anders geschrie­ben wird als die Stadt (大阪). Nao­mi Osa­ka hat aber tat­säch­lich eine Ver­bin­dung zu die­ser Metro­po­le. Denn 1997 wur­de sie dort gebo­ren. Mut­ter Tama­ki Osa­ka (sie­he Bild unten) stammt jedoch aus Nemu­ro im äus­sers­ten Nord­os­ten Hok­kai­dos. Sie hei­ra­te­te den Hai­tia­ner Leo­nard François. Er war es, der den bei­den Töch­tern Nao­mi und Mari Ten­nis bei­brach­te, obwohl er sel­ber zuvor kei­ne Erfah­rung mit dem Sport gemacht hat­te. Die Wil­liams-Schwes­tern war sei­ne Inspi­ra­ti­on. Die vier­köp­fi­ge Fami­lie leb­te vie­le Jah­re in Osa­ka, bis sie schliess­lich in die USA zog. Nao­mi war damals 3 Jah­re alt. 

Die Ver­bin­dung zu Japan blieb jedoch bestehen. Nao­mi ver­steht und spricht Japa­nisch, wenn auch nicht flies­send. Früh ent­schied sich der Vater, dass Nao­mi der­einst für Japan spie­len wer­de, obwohl die Fami­lie nicht immer ein­fa­che Zei­ten im Insel­staat hat­te. Denn Tama­ki Osakas Vater war damals gegen die Hoch­zeit mit einem Aus­län­der, was dazu führ­te, dass der Kon­takt lan­ge abbrach, wie die New York Times in einer aus­führ­li­chen Repor­ta­ge über die Ten­nis­spie­le­rin im August schrieb. 

Gra­tu­la­ti­on von höchs­ter Stelle

Heu­te sind die Gross­el­tern gros­se Fans der Enke­lin. «Ich bin ganz ein­fach glück­lich», sag­te der Gross­va­ter den japa­ni­schen Medi­en nach dem Tri­umph. Der Sieg war auch eine Auf­mun­te­rung für das Land, das gera­de mit den Fol­gen eines Tai­funs (Asi­en­spie­gel berich­te­te) und Erd­be­bens (Asi­en­spie­gel berich­te­te) zu kämp­fen hat. «In die­sen schwie­ri­gen Zei­ten für Japan, dan­ke für die Ener­gie und Emo­tio­nen», gra­tu­lier­te Pre­mier­mi­nis­ter Shin­zo Abe auf Instagram. 

Nao­mi Osa­ka steht auch für ein neu­es Japan, das Stolz auf ihre Bür­ger mit bina­tio­na­lem Hin­ter­grund ist. Die­se Akzep­tanz zeigt sich nur schon in ihrer zuneh­men­den Prä­senz in Japan. Für den gros­sen Nudel­her­stel­ler Nis­sin (Asi­en­spie­gel berich­te­te) ist sie zusam­men mit Kei Nis­hi­k­ori bereits eine wich­ti­ge Wer­be­trä­ge­rin (sie­he Video unten). Wei­te­re gros­se Deals mit japa­ni­schen Unter­neh­men wer­den nach dem Grand-Slam-Titel zwei­fel­los fol­gen. Japan hat einen neu­en glo­ba­len Star. 

Foto: Depo​sit​pho​tos​.comNao­mi Osa­ka an der Pressekonferenz.

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