Foto: Depo​sit​pho​tos​.comMari­Car in Osaka.

Mit einem Gokart im Super Mario-Kos­tüm zwei Stun­den lang durch die Stras­sen von Tokio ­fah­ren: Der Dienst Mari­Car macht dies mög­lich und hat sich in den letz­ten Jah­ren zu einem Ren­ner unter aus­län­di­schen Tou­ris­ten ent­wi­ckelt. Auch in Osa­ka, Kyo­to und in Oki­na­wa wird er inzwi­schen angeboten. 

Nin­ten­do, der Urhe­ber der belieb­ten Video­­spiel-Serie Mario Kart, geht bei die­sem Ver­gnü­gen jedoch leer aus. Aus die­sem Grund hat der Kon­zern aus Kyo­to die Fir­ma Mari­Car vor einem Jahr vor Gericht gezo­gen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Der Vor­wurf: Mari­Car ver­die­ne mit Ele­men­ten der Mario Kart-Rei­he Geld ohne dafür eine Bewil­li­gung von Nin­ten­do ein­ge­holt zu haben. Tat­säch­lich erin­nert bei die­ser Dienst­leis­tung so ziem­lich alles an Super Mario, auch wenn im Fir­men­na­me («Mari­Car») und im aktu­el­len Slo­gan («Real Life Super­He­ro Kart») eine direk­te Erwäh­nung ver­mie­den wird. Mari­Car lieh aber den Kun­den für die Fahrt Kos­tü­me bekann­ter Nin­­­ten­do-Cha­rak­­te­­re aus. Deren Fotos wer­den zudem ver­wen­det, um damit Wer­bung zu machen. 

Das Urteil

Mari­Car wies die Vor­wür­fe zurück. Ihr Dienst habe mit Mario Kart nichts zu tun. Das Gericht in Tokio liess sich von die­ser Argu­men­ta­ti­on jedoch nicht über­zeu­gen. Viel­mehr gab es Nin­ten­do recht. Der Bezug zu Nin­ten­do sei offen­sicht­lich. Mari­Car betrei­be unlau­te­ren Wett­be­werb und ver­stos­se gegen das Urhe­ber­recht, so das Urteil. Mari­Car wird der Ver­leih von Nin­ten­do-Kos­tü­men ver­bo­ten. Aus­ser­dem muss die Fir­ma laut Yomi­uri Shim­bun eine Scha­den­er­satz­zah­lung in der Höhe von 10 Mil­lio­nen Yen an Nin­ten­do leis­ten und ihre unlau­te­re Geschäfts­pra­xis einstellen. 

Was die­ses Urteil für den Gokart-Dienst bedeu­tet ist noch unge­wiss. Zumin­dest ist die Web­site wei­ter­hin online. Der Dienst wird wohl in der einen oder ande­ren Form fort­ge­führt. Auf die Kos­tü­me mit Nin­ten­do-Anleh­nung wird er jedoch in Zukunft ver­zich­ten müs­sen. Nin­ten­do hat betont, dass es sein geis­ti­ges Eigen­tum, das über Jahr­zehn­te auf­ge­baut wur­de, wei­ter­hin ver­tei­di­gen werde.

Foto: Depo​sit​pho​tos​.comUnter­wegs in Tokio.
Foto: Asi­en­spie­gelMari­Car in Tokio.