Sei­com­art: Hok­kai­dos erd­be­ben­si­che­rer Minimarkt

Foto: wiki­me­dia CC / Akiyoshi’s RoomEin Sei­com­art in Hokkaido.

Japan ist ein Land der Con­ve­ni­en­ce Stores. Die Mini­märk­ten fin­det man über­all, wobei heu­te die drei Ket­ten Seven-Ele­ven, Fami­ly Mart und Law­son die Bran­che beherr­schen. Noch aber gibt es Orte, die sich die­ser Domi­nanz erfolg­reich wider­set­zen. So trifft man auf der Nord­in­sel Hok­kai­do fast in allen Dör­fern und Städ­ten auf den Con­ve­ni­en­ce Store Sei­com­art. Die weis­se Schrift auf oran­gem Hin­ter­grund ist das unver­kenn­ba­re Logo. 1100 Able­ger führt die Ket­te in Hok­kai­do. Dane­ben gibt es noch 84 Geschäf­te in der Prä­fek­tur Iba­ra­ki und 9 in der Prä­fek­tur Saita­ma auf der Haupt­in­sel Honshu.

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Der Sei­com­art darf sich zudem als ältes­ter Mini­markt Japans rüh­men. 1971 eröff­ne­te das ers­te Geschäft in Sap­po­ro. Seven Ele­ven in Tokio folg­te erst 1973. Bezüg­lich Kun­den­zu­frie­den­heit stellt Sei­com­art sogar die drei Gros­sen in den Schat­ten. Regel­mäs­sig belegt das Geschäft laut Biz-Jour­nal in einer lan­des­wei­ten Bewer­tung Platz 1. Spe­zi­fi­sche Pro­duk­te aus Hok­kai­do, vor Ort und von Hand zube­rei­te­te heis­se Gerich­te, Lunch­bo­xen für 100 Yen und eine grös­se­re Aus­wahl an Wein­sor­ten zeich­nen den Sei­com­art aus.

Strom für den Notfall

Seit dem Erd­be­ben vom 6. Sep­tem­ber 2018 weiss man auch, dass kei­ne ande­re Mini­markt­ket­te bes­ser auf ein Erd­be­ben vor­be­rei­tet ist. Als es auf der gan­zen Nord­in­sel zu einem kom­plet­ten Strom­aus­fall kam, hielt Sei­com­art die Stel­lung. 1050 der 1100 Able­ger konn­ten den Betrieb zuver­läs­sig wei­ter­füh­ren. Zu ver­dan­ken ist dies einem Not­fall­hand­buch und der Aus­bil­dung der Ange­stell­ten. Die­se nutz­ten die Bat­te­rie ihres eige­nen oder eines zur Ver­fü­gung gestell­ten Autos, um die Strom­zu­fuhr für die aller­wich­tigs­ten Betriebs­funk­tio­nen wie die Kas­sen zu sichern, wie FNN News berichtete. 

Weil ein Teil der Able­ger über Gas­koch­her­de ver­fügt, konn­te man den Kun­den zudem war­mes Essen zur Ver­fü­gung stel­len. Aus­ser­dem sind die Kas­sen der ein­zel­nen Geschäf­te so pro­gram­miert, dass man die­se auch off­line benut­zen kann, wie Yahoo News berich­tet. In die­ser Situa­ti­on offen­bar­te sich auch, wie­so die Japa­ner bis heu­te so sehr aufs Bar­geld set­zen (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Der Sei­com­art wur­de für die Twit­ter-Nut­zer so zum Hel­den in der Kri­se. «Der Stolz von Hok­kai­do», nann­ten eini­ge die Ket­te. Der­weil hat­ten die ande­ren gros­sen Mini­markt­ket­ten wesent­lich mehr Mühe den Betrie­be aufrechtzuerhalten. 

Der aktu­el­le Stand in Hokkaido

In Hok­kai­do hat sich drei Tage nach dem schwe­ren Erd­be­ben im Süd­wes­ten des Lan­des die Lage ent­schei­dend sta­bi­li­siert. Das Strom­netz konn­te zu 99 Pro­zent wie­der akti­viert wer­den, wie die Nik­kei Shim­bun berich­tet. Fast alle knapp 3 Mil­lio­nen Haus­hal­te auf der Nord­in­sel haben somit wie­der Strom. In Sap­po­ro fah­ren U-Bahn und Stras­sen­bah­nen. Auch der Bahn­be­trei­ber JR Hok­kai­do nimmt seit ges­tern schritt­wei­se den Betrieb wich­ti­ger Ver­bin­dun­gen wie­der auf. Bis alle Züge wie­der fah­ren, wer­den jedoch noch eini­ge Tage ver­ge­hen. Der Hok­kai­do-Shink­an­sen fuhr der­weil bereits am Mit­tag des 7. Sep­tem­bers wie­der nach Hako­da­te-Hoku­to, wie die Mai­ni­chi Shim­bun berich­te­te. Auch am so wich­ti­gen Flug­ha­fen New Chi­to­sebei Sap­po­ro lan­den und star­ten die Flug­zeu­ge wieder. 

Am 6. Sep­tem­ber 2018 erschüt­ter­te ein Erd­be­ben der Magnitu­den­stär­ke 6,7 die Nord­in­sel. Aktu­ell wur­den 35 Todes­fäl­le regis­triert, wie NHK News berich­tet. Beson­ders betrof­fen war das Dorf Ats­u­ma im Süd­wes­ten der Insel. Dort kam es zu zahl­rei­chen Erd­rut­schen. Auf der gesam­ten Nord­in­sel wur­den zudem 640 Men­schen verletzt.

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