Foto: flickr CC / tsu­daVor­züg­lich: Fugu-Sashi­mi, auch Tes­sa genannt.

Der Kugel­fisch, «Fugu» genannt, ist Japans Deli­ka­tes­se mit dem beson­de­ren Ruf. Da Tei­le sei­ner Inne­rei­en und der Haut das hoch­gif­ti­ge Tetro­dot­o­xin – von dem es kein spe­zi­fi­sches Gegen­gift gibt – beinhal­ten, bedarf es für die Zube­rei­tung des geniess­ba­ren Flei­sches einer Lizenz des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Die strik­ten Rege­lun­gen durch das Lebens­mit­tel­ge­setz sor­gen dafür, dass es im Ver­gleich zum hohen Kon­sum des Kugel­fi­sches heu­te kaum noch zu Ver­gif­tun­gen, geschwei­ge denn zu Todes­fäl­len kommt. Dabei fällt auf, dass aller­meist bei der häus­li­chen Zube­rei­tung eines frisch gefan­ge­nen Fugu ein Feh­ler unter­läuft. So zeigt bei­spiels­wei­se die Sta­tis­tik des Gesund­heits­mi­nis­te­ri­ums, dass es in die­sem Jahr bis­lang zu 9 Krank­heits­fäl­len kam. Alle hat­ten den Fisch zuhau­se sel­ber zubereitet. 

Das grös­se­re Wis­sen um die­sen Fisch und die strik­ten Geset­ze zei­gen heu­te Wir­kung. Es gab in der japa­ni­schen Geschich­te aber auch ande­re Zei­ten, in denen der Kugel­fischs tat­säch­lich eine Gefahr dar­stell­te. 1592 unter­sag­te Kriegs­herr Toyo­to­mi Hideyo­shi den Ver­zehr von Fugu, nach­dem vie­le sei­ner Sol­da­ten dar­an gestor­ben waren. Das Ver­bot blieb sogar wäh­rend der gesam­ten Edo-Zeit (1603 bis 1898) und zu Beginn der Mei­ji-Zeit (1868 bis 1912) in Kraft. Nicht alle hiel­ten sich dar­an. Beson­ders in der Stadt Shi­mo­no­se­ki in der Prä­fek­tur Yama­gu­chi genoss der Fisch den Ruf einer beson­de­ren Deli­ka­tes­se. Als der ers­te Pre­mier­mi­nis­ter Japans, Itō Hiro­bu­mi, 1888 den Kugel­fisch im Restau­rant Shu­p­an­rō in Shi­mo­no­se­ki kos­te­te, war er von des­sen Geschmack begeis­tert, dass er das Ver­bot für die­se Prä­fek­tur Yama­gu­chi auf­hob. Lan­des­weit wur­de das Fugu-Ver­bot erst nach dem Zwei­ten Welt­krieg auf­ge­ho­ben. Die strik­ten Regeln für die Zube­rei­tung tra­ten in den 1950ern in Kraft. 

Der Fugu-Song

Shi­mo­no­se­ki ent­wi­ckel­te sich so zu einem Zen­trum des Kugel­fi­sches. Bis heu­te befin­det sich hier der wich­tigs­te Markt für den Kugel­fisch (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Seit 130 Jah­ren darf man in die­ser Stadt nun schon den Fisch ganz legal zube­rei­ten und essen. «Das Zen­trum des Kugel­fi­sches» fei­ert die­ses Jubi­lä­um mit einer eige­nen Web­site, einem Logo und sogar einem eige­nen ziem­lich unge­wöhn­li­chen Video. Dar­in singt der 14-jäh­ri­ge Schau­spie­ler Fuku Suzu­ki als Kugel­fisch von der abwechs­lungs­rei­chen Geschich­te die­ser Spei­se (sie­he Video unten). Am Ende des Vide­os erfährt man zudem, dass in Shi­mo­no­se­ki die­ser Fisch nicht Fugu son­dern Fuku genannt wird. Das Wort ist gleich­be­deu­tend mit Glück (und ja genau, es auch der Name des Schau­spie­lers). Es sei qua­si ein Dan­ke­schön an die Men­schen, die sich dem Ver­bot wider­setz­ten, ihr Leben aufs Spiel setz­ten und dafür gesorgt haben, dass man den Fisch heu­te beden­ken­los essen kann.

Mit die­sem Video fei­ert Shi­mo­no­se­ki das 130-jäh­ri­ge Jubiläum.

Der Kara­to-Markt in Shimonoseki