Auf der Roll­trep­pe hat man ste­hen zu bleiben

Bild: jre​ast​.co​.jpDie neu­en Hin­wei­se im Bahn­hof Tokio.

Auf Tokios Roll­trep­pen gilt «links ste­hen, rechts gehen». In Osa­ka heisst es aus­nahms­wei­se «rechts ste­hen, links gehen». Die­se Regel haben die Japa­ner ver­in­ner­licht. Es waren in den 1970ern, als man im gros­sen Bahn­hof Ume­da in Osa­ka begann, eine Sei­te frei zu machen für die Pend­ler, die es eilig hat­ten. Die­ses Mus­ter wur­de schliess­lich in allen gros­sen Bahn­hö­fen des Lan­des kopiert. Und so sind bis heu­te die meis­ten davon über­zeugt, dass nur so der rie­si­ge Pas­sa­gier­fluss effi­zi­ent bewäl­tigt wer­den kann. Doch von die­ser Vor­stel­lung haben sich die Bahn­hofs­be­trei­ber eigent­lich schon lan­ge ver­ab­schie­det (Asi­en­spie­gel berich­te­te).

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Zu gefähr­lich ist das Gehen auf der Roll­trep­pe. Seit Jah­ren ver­sucht man daher, den Japa­nern die­se Ange­wohn­heit wie­der aus­zu­trei­ben, jedoch ver­geb­lich (Asi­en­spie­gel berich­te­te). Seit dem 17. Dezem­ber will man jedoch im Bahn­hof Tokio ernst machen. Die­ses Mal lässt man es nicht bei einer Pla­kat­kam­pa­gne bewen­den. Auf Ver­suchs­ba­sis for­dern Ange­stell­te nun auch mit Durch­sa­gen bei den Roll­trep­pen die Pas­sa­gie­re auf, auf bei­den Ste­hen ste­hen zu blei­ben und sich am Hand­lauf fest­zu­hal­ten. Die eili­gen Per­so­nen wer­den der­weil auf­ge­for­dert, die Trep­pen zu benut­zen. Das Per­so­nal wird zudem absicht­lich auf der rech­ten Sei­te ste­hen blei­ben. Die Hoff­nung ist, dass sich die Japa­ner bis zu den Som­mer­spie­len 2020 an die­se neue Regel gewöhnen. 

Drei Grün­de für den Wechsel

Für die neue Regel gibt es gute Grün­de, wie NHK News aus­führt. Zu gefähr­lich ist das Gehen auf der Roll­trep­pe. Leu­te stol­pern, sie sehen eine Stu­fe nicht, wer­den ange­rem­pelt oder las­sen ihr Gepäck fal­len. Die Fol­gen sind gefähr­li­che Stur­zun­fäl­le. Aus­ser­dem gibt es Per­so­nen, die ein­sei­ti­ge Ver­let­zun­gen oder Behin­de­run­gen haben und daher ange­wie­sen sind, dass man sich auf bei­den Sei­ten fest­hal­ten und ste­hen­blei­ben darf. Die neue Regel ist nicht nur siche­rer, sie ist auch effi­zi­en­ter. So führt «links ste­hen, rechts gehen» regel­mäs­sig zu lan­gen War­te­schlan­gen auf den engen Bahn­stei­gen, was wie­der­um zu neu­en Pro­ble­men und Gefah­ren führt. Eine Stu­die aus Lon­don ergab sogar, dass bis zu 30 Pro­zent mehr Pas­sa­gie­re beför­dert wer­den, wenn alle kon­se­quent auf bei­den Sei­ten der Roll­trep­pe stehen.

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